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Teil 1 (1918) Die althochdeutsche Literatur
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64 I. Die vorliterarische Zeit.

ist scopf speziell Psalmsänger: egregius psalta (psaltes) Israel marrer scopfisraheles Gl. 1, 427, 27; psalmistarum dero salmscopho 2, 346, 53; so auchbei Isidor Par. Hs. psalmista dher psalmscof XXXIII, 20 (Hench), secundumpsalmi sententiam after dhes psalmscoffes quhide XLIII, 21; und in denMonseeer Fragmenten sicutpsalmus dicit sopsalm scof quidit XL, 26 (Hench).Die Zusammensetzungen scofsang usw. s. oben S. 34.

Im Frühmittelhochdeutschen ist das Wort noch im Gebrauch:scopf m. Dichtung, von einer gereimten Predigt (der Scoph von dem Lohne)Z.f.d.A.40, 319 bezw. 328, und Leitzmann, Kleinere geistliche Gedichte desXII. Jahrhunderts S. 5 bezw. 9, 24. Die Zusammensetzung schopfbuoch, Ge-dichtbuch, begegnet im Millstätter Physiologus: dei schopfpuch ([alte] Ge-dichtbücher, poetische Quellen) höre wirz sagen, Karajan, Deutsche Sprach-Denkmale S. 86,6; und im Herzog Ernst D.v. 103, v. d. Hagen und Büsching,Deutsche Gedichte des Mittelalters 1. Bd.: also von dem jungen ist ge-schähen in den schep buchen. 1 )

Das Verbum ist scopphen dichten, in der Wiener Genesis, Fundgruben2, 52, 21 (in der Milstätter Genesis, Diemer 72,15, ist das Wort vermieden).Adj. scophelich: nu ist leider in disen ziten ein gewoneheit witen: manegeerdenchent in lugene unt vuogent si zesamene mit scophelichen WortenKaiserchronik I, 79,2731, dazu Edw. Schröder in seiner Ausgabe, RegisterSp. 432 c scophelich adj. nach Art der Dichter"; Maßmann, Kaiserchronik 3,397f.

Dichtung und Gesang standen in hohem Ansehen und selbst vonKönigen und Edeln wurden sie gepflegt. Der Vandalenkönig Gelimer, alser von den Römern belagert wurde und die Not aufs äußerste gestiegen war(533), schickte an den feindlichen Feldherrn einen Boten mit der Bitte umein Brot, um seinen Hunger zu stillen, einen Schwamm, um sein verwundetesAuge zu waschen, und um eine Harfe, damit er im Lied sein Leid besinge(Procop, De bello Vandalico II, 6). Der Dänenkönig Hrodgar singt zur Harfevor seinem Gefolge (s. oben S. 62). Durch Harfenspiel offenbarte sich derKönig Rother, hinter einem Wandteppich verborgen, seinen gefangenenMannen, daß sie vor Freude die Besinnung verloren; sie sprangen zu ihm,sie begrüßten ihn und küßten ihn (Rother, Rückert, 166179. 25072529).Der Zwergkönig Alberich verkürzt die Weile beim Hochzeitsfest des KönigsOrtnit mit der heidnischen Prinzessin durch Harfenspiel, daß durch densüßen Ton all der Saal erhallte und alle, die ihn da sahen, große Freudehatten (Ortnit ed. Amelung und Jänicke, Deutsches Heldenbuch, 4. Teil S. 257,6568). Volker im Nibelungenliede hält mit Hagen Wacht an der Pforte desSaales, wo die Burgundenkönige mit ihrem Gefolge zur Ruhe sich nieder-legen; den Schild lehnt er an die Wand und nimmt die Fiedel; da klangendie Saiten, daß das Haus erhallte, und dann wurde süßer und leiser dieMelodie und sang die sorgenvollen Helden in Schlummer (Nib. Lachm. 1771

Lachmann, Kl. Sehr. S. 472; Mullen-hoff, Zur Gesch. der Nibelunge Not S. 20 Anm.