3. Wiegendrucke sonstiger Sammlungen
Einige Düsseldorfer Inkunabeln stammen als versprengte Einzelstücke aus den Bi-bliotheken von Gelehrten des 15. bis 17. Jahrhunderts, die nicht alle als Humani-sten bezeichnet werden können. Nur die berühmtesten dieser Vorbesitzer werdenhier in chronologischer Folge genannt.
Der Kölner Humanist Peter Rinck, Vorbesitzer einer in Lyon 1489 gedruckten In-kunabel, entstammte der angesehenen städtischen Honoratiorenfamilie der Rinckvon Korbach, die wie viele ihrer Kölner Standesgenossen wirtschaftlich stark imEnglandhandel engagiert war. Peter Rinck wurde um 1430 als zweiter Sohn desKölner Ratsherrn Johann Rinck und seiner Frau Gertgin von Blitterswich in Kölngeboren. (Sowohl der Vater wie auch der ältere Bruder des Humanisten haben sichlange in England aufgehalten und sind auch in diesem Land verstorben.) 1459wurde Peter Rinck nach vorhergehendem Studium in Paris und Köln in Pavia zumDoctor utriusque iuris promoviert. Zurückgekehrt in seine Vaterstadt Köln, war erjahrzehntelang einer der angesehensten Professoren der juristischen Fakultät.1484/5 wurde er dreimal hintereinander zum Rektor der Universität gewählt. Wäh-rend seiner Amtszeit vermachte er seiner Hochschule reiche Stiftungen. Peter Rinckstarb am 8. Februar 1501 in Köln, betrauert von zahlreichen rheinischen Klöstern,die in ihm einen großen Wohltäter verloren, und von vielen jüngeren Gelehrten, dieer ideell und materiell gefördert hatte.
Eine 1476 in Venedig bei Antonio Bartolom(m)eo gedruckte Ausgabe der Briefedes hl. Hieronymus stammt aus dem Vorbesitz von Alexander Blanckaert, einemder bedeutendsten katholischen Theologen des Rheinlandes während der Reforma-tionszeit. Blanckaert, mit Taufnamen Nikolaus genannt, wurde um 1500, wahr-scheinlich in Gent geboren. Beim Eintritt in den Karmeliterorden nahm er den Or-densnamen Alexander an; seinen Beinamen latinisierte er der Mode der Zeit ent-sprechend zu "Candidus". 1529 bis 1540 lehrte er Theologie im Utrechter Karmeli-terkonvent. 1545 ging er nach Köln, wo er 1550 zum Doktor der Theologie promo-viert wurde. 1554 wurde er Dekan der Kölner theologischen Fakultät. 1551 hatte erKardinal Granvella zum (damals nach Bologna verlegten) Trientiner Konzil beglei-tet, auf welchem er zwei beachtete Reden hielt. Neben gelehrten, insbesondere kon-troverstheologischen Schriften befaßte er sich auch mit pastoralen Anliegen. So gaber 1548 in Köln eine illustrierte niederdeutsche Übersetzung der gesamten Hl.Schrift heraus. Blanckaert starb am 31. Dezember 1555 in Köln.
Zwei der Düsseldorfer Inkunabeln stammen aus dem ehemaligen Besitz des nieder-ländischen Theologen und ersten Bischofs von Roermond Wilhelm Lindanus. Wil-
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