halb der Grafschaft Mark in die Düsseldorfer Sammlung gelangten, scheint nichtmehr in jedem Falle rekonstruierbar. In keinem Fall darf die Herkunft der Inkuna-beln als repräsentativ für die Provenienz des gesamten Altbestandes der Universi-täts- und Landesbibliothek angesehen werden. Mittelalterliche Handschriften einer-seits und Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts andererseits stammen häufig ausgänzlich anderen kirchlichen Bibliotheken als die Wiegendrucke. Natürlich ist auchdie Provenienz dieser beiden Bestandsgruppen weder absolut noch nach Gewich-tung und Mengenverhältnis einheitlich. Die Herkunftsangabe muß für jede Epoche -so wie im folgenden für das Zeitalter der Wiegendrucke - einzeln formuliert wer-den.
H. Pfannenschmid: Die Königliche Landesbibliothek zu Düsseldorf seit der Zeit ihrer Stiftung bis aufdie Gegenwart. In: Archiv für die Geschichte des Niederrheins 7 (1870), S. 373-431, hier S. 386-399;E. Colmi u. G. Rudolph: 1000 Jahre Buchkunst am Niederrhein. Aus den Schätzen der Landes- undStadtbibliothek. Düsseldorf 1967; G. Karpp: Mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln in derUniversitätsbibliothek Düsseldorf. In: Codices manuscripti 7 (1981), S. 4-13; G. Gattermann (Hrsg.):Kostbarkeiten aus der Universitätsbibliothek Düsseldorf. Bearb. von G. Karpp u. H. Finger. Wiesba-den 1989. (Schriften der Universitätsbibliothek Düsseldorf. 5); H. Finger: Düsseldorfer Bibliothekendes Mittelalters und der frühen Neuzeit. In: Bücher für die Wissenschaft. Festschrift für Günter Gat-termann zum 65. Geburtstag. Hrsg. von G. Kaiser. München 1994, S. 213-235.
1. Zisterzienserabtei Altenberg
Aus dem alten "Hauskloster" der bergischen Landesherren stammen nicht wenigerals 78 Inkunabeln des heutigen Düsselsdorfer Bestandes. Diese waren in der Zahlder knapp 1200 Titel enthalten, für die nach der Aufhebung der Abtei 1803 derDüsseldorfer Bibliothekssekretär Brewer eine Empfangsbestätigung abfaßte. DasKloster Altenberg ("Vetus Mons", "Monasterium S. Mariae de Berge") wurde 1133als eine der ersten rechtsrheinischen Zisterzen gegründet. Wie die meisten deut-schen Klöster des Ordens gehörte es zur Filiation von Morimond. Da Altenbergaber zu den frühen Gründungen zählte, war es anders als die Mehrzahl dieser Zi-sterzen eine unmittelbare "Filia" des 1115 gegründeten Mutterklosters. Aus Mori-mond stammte auch der Grundstock der ältesten Altenberger Bibliothek, die nach-weislich - nach altem mönchischen Brauch - noch als "armarium" bezeichnetwurde. Mit Sicherheit vor 1160, wahrscheinlich aber von Anfang an, bestand imKloster ein eigenes Scriptorium. Der Gründungsabt Berno zog mit seinen Beglei-tern im August 1133 der Überlieferung nach zunächst in die Gebäude der von denbergischen Grafen den Mönchen überlassenen alten Dynastenburg an der Dhünn.(In der neueren Forschung wird aber auch mit der Möglichkeit gerechnet, daß der