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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
399
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Zum Fünfften: Ein lebendig vollkommliches Ding könne ausser seiner Mutter nicht er-zeugt werden: dahero könne auch das Gold, als ein vollkommenes Metall, ausser seiner Mut-ter / dem Bergwerck / nicht hervorkommen. Ich antworte: Es kan ein lebendig unvollkommnesDing aus einer jeden Materi ausserhalb seiner Gebähr=Mutter erzeugt werden: warum dannnicht auch das Gold / welches weit unvollkommener ist als jenes? Zudeme ereignet sich hier einegrosse Ungleichheit darinnen / daß man von dem Ersten durch die Erfahrung keine solche Gewiß-heit / gleichwie von dem andern hat: allermassen es aus dem / was angeführt worden / satsam amTage liegt; so auch durch nachfolgendes weiter sich bekräfftigen lasset. Das Büchlein ist be-kannt / sagt P. de Rhodes, welches vor etlichen Jahren heraußgekommen; worinnen von demjeni= P. de Rhosgen guldnen Zahn spitzfindig disputirt wird / welcher einem Käyserlichen Soldaten in Ungarn Philos.nebst andern Zähnen im Mund von selbsten gewachsen, und an welchem man nach jedermans Perip. l. 2.Urtheil das allerbeste und feineste Gold gefunden. Alexander ab Alexandro erzehlet / daß in Disp. 1. q. 2Teutschland unweit der Donau die Weinreben, wann sie den gantzen Winter hindurch unbe= seel. 3.deckt gelegen / im Sommer darauf öffters gantz güldne Gäbelein und Blätter genommen: So Alex. abseiner Meinung nach daher kommen solle; weilen es Gold Bergwercke allda abgebe; und also in Alex. l. 4.deine ein gleichsam eingepflantztes und durch heimliche Ursprung gehärtetes Gold in den Wurtzlen genialzusammen gerinne / zu der Zeit / da die Reben ausschlagen / dasselbe mittelst einer wundersamen dier.Ordnung der Natur und Trieb deß Gestirns / auch zugleich mit=hervorbreche. Item erzehletAristoteles, daß irgendwo die Bauren das Kupfer zu säen / und einzuernden pflegen.Arist. lib.Zum Sechsten: Die Alchimisten seyen offtmahls ob dem Augenscheinlichen Betrug er-griffen worden; ingleichem seyen sie fast allzeit Bettler und arme Schlucker; auch bekannter audition.massen durch diese Kunst die vermöglichste Leute, wann sie immer nach grösserem Reichthumgetrachtet/ um alles / was sie errungen und gewonnen / gekommen / und in die äusserste Dörfftig-keit gesetzet worden. Antwort: Es muß freylich jedermann selbsten bekennen / daß bey erdeuterKunst nicht geringe Betrügerey vorgehe; allein hieraus ist noch nicht erweißlich / daß alle Chy-misten Betrieger und Lügner seyen. Ja ich gestehe auch gern / solche Kunst seye eine der schwe-resten und die bißhero gar wenigen Menschen bekannt gewesen: dannenhero rathe ich / daß mansich bey Leibe nicht auf das Goldmachen / so in den Gedancken etwa wohl wahrscheinlich fallenmag / wegen vorerwehnten gemeiniglich daraus entspringenden Schadens begebe / oder demsel-ben nachhenge: Gestalten auch derjenigen grosser Herren Klugheit billich zu rühmen ist / welcheihre Unterthanen von dergleichen Kunsten mit allem Ernst abhalten / und glauben / daß die wahreKunst, Stadt und Land reich zu machen, auf der Burger Arbeit, Mühe und Fleiß alleinig be-ruhe. Penotus war ein vortrefflicher Chymist; wie elendiglich er aber sein hohes Alter hinge-bracht; das gibt dessen bekanntes Sprichwort Zeugnus / da er zu sagen pflegte: Wann er „ Sennert.einen Feind hätte / den er nicht offenbahrlich angreiffen könte; so wolte er demselben nur ra-then / daß er sich auf das Goldmachen legen solte.“& Dissent.jedoch möchte einer aus Curiolität oder Fürwitz fragen; Erstlichen: was eigentlich die ca.Materi des Steins der Weisen seye? Antwort: Hievon führen die Autores mancherley Mei-nungen. Einige halten die Gold=Schlacken; andere den Vitriol und Arsenicum; etliche denAlaun, die Magnesia, Kupffer-Wasser 2c. für die Materi ernannten Steins. Die Klügere her-gegen, und die mehrere Erfahrung haben, wenden ihre Gedancken auf den Schwefel undQuecksilber; weil diese zwey Stücke absonderlich zu Erzeugung des Golds erfordert werdendann das Quecksilber entspringet grösten Theils aus einer fetten und lufftigen Feuchtigkeit; derSchwefel aber wächset aus einer Fettig- und Zehigkeit der Erden.Zweytens: Welches wohl der nechste Process seye Gold zu machen? Antwort: Wannich ihn wüste / so wolte ich ihn eben darum nicht offenbahren. Deßwegen leicht zu glauben ist,es seye selbiger biß dato noch von niemanden getreulich und offenhertzig beschrieben worden:wiewohlen man zerschiedene derselben hin und wieder umzutragen pfleget / die aber nichts alslauter leere und leichte Worte in sich halten. Bey dem Fernelio findet man folgenden auffge-zeichnet: R. Des allerfeinesten Golds zwey Untzen; des mit grossem Fleiß und Kunst gerei= „ Fernel.nigten Quecksilbers zehenmahl so viel. Menge es unter einander / und laß ob einem schwachen„ 2. de abd.Feuerlein zergehen, biß das Quecksilber gantz ausrauche, und das Gold in vorigem Gewicht,, rer. caus.zurück bleibe; welches zu einem schwartzen Pulver worden, so doch durch das Schmeltzen, c.s.wieder seine eigne Natur annehmen könne. Aus diesem Pulver soltu hernach durch ein über-aus starckes Feuer im Vaporario ein Wasser so lang heraus treiben / biß das Pulver völlig zu-einer Schnee-weissen Asche, und zu einem Kalch worden. Hierauff benetze den Kalch oder-das Pulver siebenmahl mit dem Wasser; zuletzt setze diesen reinen Kalch in einem wohlver-machten Geschirr 40. Tag lang in warmen Roß-Mist, biß er zu einer weissen und dicken-Feuchtigkeit sich aufflöse. Auf diese Feuchtigkeit schütte zu gebührenden Zeiten und Tagen-allgemach das Wasser / so daß der Kalch solch sein Wasser nach und nach gantz und völlig in-