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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
232
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Philosophische und Politische Beschreibungund war kein Mensch der das Land bauete; aber ein Nebel gieng auf von der Erden, und* Vulgfeuchtet alles Land) und daraus schliessen wollen: Solchemnach seye das Meer in der Erdensed fonsaus irgend einem unter=irrdischen Bronnen hervorgebrochen. Allein / hierauff wird geantwor-ascendebat èter- tet; daß dieser Text nach des Heil. Augustini Meinung folgender Gestalt müsse verstanden undausgelegt werden: nemlich / bevor die Erde von dem Himmel mit Regen befeuchtet worden / sora &c.seyen an dessen Statt aus dem Schoß der Erden an zerschiedenen Orten / und durch zerschiedeneAderen etwelche Bronnen entsprungen; die da von ihrer Quelle aus / die gantze Oberfläche derErden / wie es einem jeden Ort nöthig und dienstlich gewesen / gewässert und befeuchtet haben.§. 3. Eigentlich zu reden / ist nur ein einiges Meer; indem GOtt der HErr obgemeldtemassen die Wasser in sondere Oerter gesammlet / und solche Wasser-Sammlung Meer ge-nennet; gleichwie aber nur einerley Blut ist / welches hin und wieder in dem gantzen Leib durchdie Aderen vertheilet / mithin jedoch an diesem Ort so / an einem andern anders genennet wird:Also haben zwar die Wasser des Meers auch einerley Natur; doch weilen selbiges durch ver-borgne Wege und Gäng in alle Theile der gantzen Erden sich ergiesset, so findet man auch etli-che besondere Meer: wie dann bekannt ist / daß man das Meer in den Ocean oder grosse Welt-Meer in das Mittelländische Meer / in das rothe Meer / in das Persianische Meer / und in dasCaspische Meer einzutheilen pfleget.Der Ocean hat seinen Nahmen von der geschwinden Bewegung; womit er hin undwieder getrieben wird: dann ωκος heist im Griechischen soviel als geschwind. Von demsel-ben wird der gantze Umkreiß der Erden / wie mit einem grossen und breiten Zireul umbfangenund geschiehet dardurch / daß die Erde auf GOttes Befehl theils zu Vollkommenheit und Zier-de des gantzen Welt=Gebäudes / theils auch zum Behuff und Nutzen der Thiere und der Pflantzen / unten und oben mit Wasser bedeckt ist. Solcher Ocean nun hat hernach von denen Ge-genden und Ländern / an die er stosset / unterschiedene Nahmen und Benennungen bekommen:und zwar erstlich wird er nach denen vier Welt-Theilen; nemlich vom Auffgang der Ost-vomNiedergang der West=vom Mittag der Sud=und von Mitternacht der Nord= Ocean genent.Sodann führet er auch von einer jeden Küste / die er anschwämmet / seinen besonderen Nahmenindem man ihne bald den Æthiopischen / Atlantischen / Scytischen / und bald den Britannischen /Teutschen / Frantzoͤsischen Ocean zu betittlen pfleget.Das Mittelländische Meer ist dasjenige / so aus dem Ocean herauskommt / und mittendurch die Länder sich ausbreitet, mithin Europa von Africa abtrennet, und in viel andere Meer,als das Spannische / Balearische / Genuesische / Frantzösische und Adriatische eingetheilet wirdNach diesen folgt auf der Seiten das Sicilianische; ferner das Candianische; woran an eineSeite das Egyptische / Pamphilische und Syrische; an der andern aber das Ægeische und Myr-thoische Meer stossen; welchen gegen über der in vier Theil getheilte Pontus lieget; dessen inner-ster Theil Mæotis, oder das schwartze Meer; das andere aber Propontis, so sich in die Enge ein-ziehet / und Europa von Asia scheidet / genennet wird.Das rothe Meer, sonsten auch der Arabische Golfo oder Meer-Busen benahmset, nem-met seinen Anfang bey der Insul Socotera, und endigt sich gegen Norden bey dem StädtleinSues: begreifft in sich der Länge nach drey hundert und sechzig Meilen. Woher selbiges aberPlin. I. 6. seinen Nahmen überkommen / daron führtn die Autores unterschiedliche Meinungen. Pliniusschreibt: Unsere Griechen haben das rothe Meer mare Erythræum nach dem Könige Erythrac. 25.genennet; wiewohlen andere seine Farbe denen widerbrechenden Sonnen=Strahlen zugeschrie-ben; andere hergegen darvor gehalten, es rühre solche Farbe entweder von dem Sand und derErde; oder von der Natur des Wassers selbsten her. Philostratus meldet; man sage / das rothePhilostr.Meer seye gantz Himmelblauer Farbe. Solinus gibt vor; dasselbe heisse Erythreum von denl.3. vitaeApollonit. König Erythra, des Persei und der Andromeda Sohn. Varro bezeuget; selbiges habe nichtnur von der rothen Farbe / sondern auch dahero den Nahmen erhalten / daß an dem Uffer besag-Solin, c.45 ten Meers ein Bronn befindlich / woraus wann die Schaafe getruncken / sie ihre weisse Wollverliehren. Arrianus im achten Buch von des Alexandri Thaten berichtet / daß in dem rothenMeer ein Insul liege, dessen allda herrschender König Roth geheissen habe, und von seinemNahmen das rothe Meer genennet worden seye. Allein / es scheinet; die Portugesen haben durchBarrius ihre Schiffarth diesen gantzen Stritt gehoben: dann dieselbe / wie Johann Barrius schreibt / inHist. Ind. dem sie viel auf besagtem Meer gefahren / beobachtet / daß des Meers Wasser gantz klar und ohn-Dec. 2.I.8. farbig an sich selbsten seye; die scheinbahre Farbe aber alleinig von dem rothen Sand / so indem Grund des Meers sich finde / herkomme / und von dieser Farbe nun wird es das rotheMeer genenntDas Persische Meer / so auch nach der Persischen Nation der Persische Golso oder Meer-Busen benahmst ist / hat da wo das Meer hinein tritt / eine grosse Oeffnung; hernach aber brei-