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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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100Philosophische und Politische BeschreibungSanfftmuth und Gelindigkeit kan man groß werden und in die Höhe steigen. Obererdeute Regenten haben sich durch das Schwerdt und mit Gewalt auf den Thron gesetzt /selbi-gen mit dem Schwerdt und gewapneter Hand unterstützt / auch durch strenge und unumschrenckte Befehle ihre Macht fortgepflantzt; aber zuletzt durch das Schwerdt und gewaltsamerWeiß Reich und Leben wieder verlohren. Gleichwie die Cometen mit feurigen Schwerdternund Ruthen drohen / lauter traurige und grausame Kriegs= und Todtes=Bottschafften ankündi-gen / und mit herrschendem Trutz ihren Sitz im Himmel befestigen wollen; Jedoch nachgehendsnach Art der in einem Monat=Safft und Blätter verliehrender Mayen=Baume abnehmen / undmit dem Ausgang deß unbeständigen Aprils ihren Herrschaffts=Glantz durch ein tödtliches En-de beschliessen; also werden auch die mit allzustrenger Hand geführte Sceptere durch eine schnel-le Aenderung zerbrochen / und so zu reden / in ihrer Blüthe und bestem Flor gewaltsamlich ab-gehauen. Dergleichen kurtzen Regierung singet der Römische Poet dieses Grabe=Lied:Senec. inViolenta nemo imperia continuit diu:Troad.Moderata durant.Der wird sein Reich nicht können lang erhaltenSo selbiges Tyrannisch will verwalten:Wo man ein sanfft-doch ernstes Scepter führtWird niemals einig Unbestand gespührt.Welches sogar die Kayserin Livia nach ihrem weiblichem Verstand erkannt, und sich darüberDio. Cass gegen ihrem Gemahel / dem Kayser Augusto, vernehmen lassen: Gewaltsame Thaten / siemögen so gerecht und billich seyn als sie wollen / seyen Zorn=Reitzungen; Hergegen wasmit Glimpff und Sanfftmuth geschehe / werde allenthalben wohl und freudig aufge-nommen. Und ist solches auch dermassen der Natur eingepflantzt / daß die allerwildeste Be-stien durch schmeichlen und liebkosen gebändiget; andere aber, und zwar die allerforchtsanund schwächeste Thiere / wann man sie beleidiget oder beschädigt / aufgebracht / und zum Zorn be-wegt werden: Dann ein getrettener Wurm krümmet und ziehet sich zornig zusammen; die gereitzte Bienen und Hornüssen können Wunden stechen; und ein starck gedruckter ScorpioEumen. ermangelt nicht die freche Hand zu vergifften. Haben nun nicht aber Fürsten und Kömpro resta. ge wie der Orphaeus, der durch sein liebliches Saiten=Spiel Stein und Felsen nachsichSchott. ad gezogen / eine gleichmaͤssige Krafft in sich / die Gemuͤther also zu bewegen / daß / an stattDiocletmit Drohungen und Gewalt verhaßt zu herrschen / sie mit Sanfftmuth dasjenige be-& Max. fehlen können / was sie wollen / das geschehen solle? Derowegen herrsche nicht gewaltsam.damit die Unterthanen nicht erbittert werden; sondern sey gnädig im befehlen, und bringe dieLeute mit Gelindigkeit zum Gehorsam. Der Mittel=Weg ist der beste / nach dem Ausspruchdeß weisen Griechen Cleoboli. Seye nicht zu streng; und auch nicht zu gnädig. Dwann ja aus diesen beeden eines soll erwählet werden / so lasse die Gnade und Gütigkeit für-dringen; als unter deren Anführung auch das allergnädigste Hauß Oesterreich biß ander Welt Ende dauren und bestehen wird.Non fert aetatem.Sein Alter iſtEin kurtze Frist.Caudatum virgâ truce dat praesagia sidusBellorum; multâ sed perit absque morâ.Immodicum non durat; amant violenta ruinamEcquod stet regnum vique metuque diu?Es stürtzet der Comet die Welt in Angst und Schrecken;Indeme seine Ruth den Leuten Krieg verkündt:Doch will sein Alter sich nicht auf viel Tage strecken;Wann der geförchte Schein in kurtzer Zeit verschwindt.Unmäs-