Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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Philosophische und Politische Beschreibungder fället in Gruben / woraus er nicht mehr kommen kan. Es hat bereits mehr als ein Icarusmit seinem Exempel dargethan / daß es nicht sicher seye / zu dem hellen Feuer der Sternen sich zunahen; und das eine freche Bemühung in die Gesellschafft der Gestirne zu kommen, einer lee-ren Ausdünstung gleiche. Aller Ausgang trauriger Begebenheiten hat seinen Anfang von derEhrsucht genommen: Und wie sollte man sich nicht vor dem Fall zu förchten haben / da dochdie Ehrsucht nichts dann eine schwindlende Umdrehung ist? So wird auch dieses nicht unbil-lich bey der Ehr-Begierde belacht / daß / da ein Ehr-Selav vermeynt seine Beute in Handen zuhaben / er nur einen leichten Wind anfasset. Dann sie ist nur ein leeres Feuer; so bloß dasAnsehen / und keine Würckung hat. Was waren Antiochus, Diocletianus, Nebudcadne-zar, Alexander für hohe und grosse Leute! und doch zengen ihre Grabschrifften / was sie für eintrauriges Ende genommen. Es ligt hier nichts daran / und hilfft nichts / ob einer gleich Cronund Scepter träget. Dieses hat der Lacedemonier König / Agesilaus, sehr weißlich erkannt / unddahero / als er sterben wollte / verbotten / ihme zu Ehren einige Gedächtnus=Säulen aufzurichten;Plat. &Dann habe ich / sagte er / etwas Ruhmwürdiges verrichtet / so ist solches schon mein EhrenGedächtnus: Habe ich nichts Tapfferes gethan, so werden alle Säulen, die man mir auf-Xenoph.richtet / weil sie nur Wercke schlechter Handwercks=Leuten seyn / mein Angedencken nicht ver-ewigen können. Der allergewisseste Weg zu der Ehre ist dieser, daß man die Ehren verach-te / und mit dem von Plinio gelobten Theodosio dahin sehe; daß einem sein gut GewissenPlin. inPanegli. sage und zeuge / was er redliches gethan; er auch nur nach derjenigen Ehre strebe / dienicht aus deß Pövels Reden / sondern die aus der That und dem Werck selbsten sich er-ex. 22.gibet. Bist du aber entweder durch deine Verdienste oder durch das Glück in die Höhe ge-stiegen, so hast du dich zwar mit Fug unter die Sterne zurechnen; doch also, daß du nichts an-ders suchest / dann auch wie das Gestirn / der unter dir stehendenden Erde / nutzlich und dienstlichzu erscheinen. In einem hohen Stand nicht hoher Dinge sich anmassen / ist ein Anzeigen einessehr hohen Gemuths.Ne quid nimis!Nur nicht zu viel;Noch übers Ziel.Qui pergit falsus splendore volatilis ignis.Saepius in Praeceps, & loca rupta cadit.Ceu pestem immodici fugias Orexin honoris:Exitium multis attulit ista fames.Zeigt sich ein irrend Licht / das nirgend bleibet stehen /Und dessen falscher Schein bey Nacht die Leut verwirrt;Wie mancher Wandersmann / der ihme nach will gehen /Wird offt durch selbiges in Noth und Todt geführt?Meid allzugrosse Ehr / die nur die Sinn verblendet:Dann wer ihr nachgestrebt / hat selten wohl geendet.NDritte