(0)stand die beschriebene Phœnomena gleichsam im Bild beschauen könte /mit einem schönen in Kupffer gestochnem Sinn=Bild vorgestellet; auchdenen Meteorologischen Sätzen / wie es nemlich der Sachen Ordnungerforderte / eine Politische Schluß=Rede / damit wir mit dem Philosophogeschicklich reden / und mit dem Politico uns klüglich verhalten und auff-führen mochten / beygefüget: Dann dieses ist der kräfftigste Schluß / des-sen Vorder=Sätze nicht nur sich auf eine natürliche / sondern auch sittlichePhilosophie, die man in einer Schule zugleich lehret, gründen und stü-tzen. Ohne dieselbe kan sich kein Philosophus, ja kein Mensch vollkom-men achten; dann ein jeder Mensch / sagt Aristoteles, ist natürlicher Weißein politisches und bürgerliches Thier.Man hat demnach dieses aus den bewerthesten Scribenten auf ge-genwärtige neue Manier zusammen gesetztes Wercklein / sofern einem trie-fenden Aug etwas für neu vorkommen mag, also anzusehen, daß mandabey gedencke; es seye nichts neues, wann frembde Dinge getadelt undangebissen werden: Dahero Socrates wohl geurtheilt: Es seye schwer /etwas zu verrichten / daß man keinen Fehler dabey begehe: und obschonman auch etwas ohne Fehler bewerckstellige / so seye es doch schwer / einengünstigen Richter zu finden. Inzwischen verbindet sich derjenige / so frem-de Dinge verachtet / etwas bessers an das Tages-Licht zu bringen. Wonicht die Vernunfft, sondern der Läster-Zahn den Ausspruch thut, da hatman niemalen ein gerechtes Gericht zu hoffen: und was noch das lächer-lichste ist / so pflegt manchmal ein übel=geneigtes Gemüth mit der Zungeund der Feder ein Werck zu schelten, welches man annoch weder gesehennoch gelesen hat; so daß wir, wann wir unseren zürnenden Gedanckenfolgen / die schlimmste Richter abgeben.Wir bekennen aber freywillig die Schwachheit unsers Gemüthsund unserer Feder: Dann was ist wohl in der Welt vollkommen? gleich-wie unser Leben, also seynd auch unsere Schrifften nicht ohne Mangel.Dahero wirstu leichtlich meiner verschonen; wann du wilt, daß mangleichfalls deiner Schrifften schone. Mittler Zeit beliebe der geneigteLeser dieses Wercklein also durchzublättern / daß er / indem er seinen Ver-stand mit philosophischer Curiosität belustiget / zugleich die Augen aufdie verwunderliche Weißheit des Schoͤpffers der Natur wende; als welcheWeißheit nicht sowohl in grossen Dingen sehr groß / als vielmehr in dengeringsten am grösten hervor leuchtet. Dann die Natur wie Fromondus meldet, oder der Schöpffer der Natur hat dergleichen HimmlischeWunder- und Lufft-Zeichen in der Höhe auffgestellt, und unsern Augendarum vorgezeigt / damit wir in diesen Wunder-Dingen des SchöpffersWeißheit und Majestät hoch achten und verehren sollen. Und alsogeniesse der geneigte Leser unserer Arbeit; undlebe wohl!..Erste
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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