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der Großkämmerer Chievres Herzog von Aerschot, der Groß-hofmeister Ferry Graf von Roeulx und jener Kardinal vonToledo, der trotz seiner Jugend und, obwohl er ein „flamenco"war, Patriarch der spanischen Kirche geworden war. Daswestfälische Haus der Grafen von Mark war durch einenSprossen des wallonischen Zweiges vertreten, durch den Herrnvon Ravenstein. Am selben Tische mit ihnen sitzend dürfenwir. auch wohl den Herzog von Alba und den aus Italienstammenden Großkanzler Gattinara denken. Der Futterzetteldes königlichen Geleites nennt den Herzog von Alba und seinenSohn den Großkomtur. Ich bin nicht sicher, wenn ich sie alsden Herzog Garcia und dessen Sohn Don Fadrique deute, denfrühverstorbenen Vater und den Großvater des Staatsmannsund Feldherrn Karls V. und Philipps II. Fernandes Herzogvon Alba deute, der vom Großvater erzogen wurde. Sie beideim Kampfe gegen die Mauren voll Glaubenseifer erfüllt, wieihr Nachkomme die echten Vertreter des damaligen Spaniens!Oranien und Egmont, Alba und Gattinara: schlummerndeGegensätze, die zwar erst in der nächsten Generation und unterden Nachfolgern hervorbrachen, dann aber um so heftiger undfolgenreicher.
Bei einer französischen Königskrönung war der Königunbedingt das staatsrechtliche wie lehensrechtliche Haupt allerAnwesenden. Bei der deutschen aber kam der innere Dualismusdes Reiches zur Geltung: der König und die reichsunmittelbarenFürsten und Herren, und der durch den Erwerb fremder Kronenbedingte Dualismus zwischen dem Reiche und den KronenSpaniens und Ungarns. Die Reichs minister ialen dienten nurbei solchen hohen Festen ihrem alten Herrn, ständig aberumgaben den König die Hofämter seiner Erblande und fremdenKönigreiche, also unter Karl V. Österreicher, Burgunder undSpanier. Den Habsburgern war fortan dieses Spiel mit sichgegenseitig beargwöhnenden Hofämtern und Dienern aus ver-schiedenen Staatswesen bis zum Ende ihrer Herrschaft be-schieden.
Um so notwendiger war die Etikette, dieser Schutz derSchwachen und Hemmung der Starken zugleich. Sie meistert