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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
Entstehung
Seite
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seine Worte in deutscher Sprache: „Wollt Ihr Euch einemsolchen Fürsten und Herrn unterwerfen, seine Herrschaft infester Treue unterstützen, seinen Befehlen gehorchen nachden Worten des Apostels: Jedermann sei höheren Gewaltenunterworfen." Und die Kurfürsten und das Volk riefen be-geistert zwei- und dreimal: Fiat 10 . Ja, ja, ja. Und wiederwarf sich der König kreuzweise nieder und wieder wurde eraufgehoben. Dann begann der Kölner mit Katechumenölden sitzenden Fürsten an Haupt, Brust, Nacken, den Ellen-bogen und Händen zu salben 11 . Man muß die Szenerie ausanderen Krönungen ergänzen, da standen die Kurfürstenoder doch ihre Vertreter in voller Pracht, der Pfalzgraf hieltdes Reiches Apfel, der Sachse Kaiser Karls Schwert, derBrandenburger das Szepter 12 . Da kein Bericht dieser Szeneder Reichsinsignien gedenkt, waren sie dieses Mal wohl nichtverwendet, und dieser Mangel der Regie wird uns bald be-greiflich werden.

Mainz und Trier führten den Gesalbten in die Sakristei,in die heutige Mathiaskapelle, wo ihm zunächst die königlichenKapläne mit reiner Wolle das Salböl abwischten 13 . Nun sollteder Gesalbte die Kleidung wechseln, aber die beiden Erzbischöfewußten nicht recht, was Brauch war und ebensowenig desKaisers Vertraute. Die Regie versagte, der königliche Schmuck,die Gewandung „Karls des Großen" fehlte und schon hattendie Kanoniker, die den König ausgezogen hatten, den Habs-burger mit „einer schlechten Alba" bekleidet und taten ihmeine Stola und einen Chormantel, wohl den König Richards,um. Da erfuhr man aber von der Anwesenheit der Nürnbergerin die Kirche.

Die drei Nürnberger Gesandten, Patrizier aus den Ge-schlechtern der Groland, Ebner und Haller, waren zur rechtenZeit in Aachen und meldeten sich am Abend nach dem Einzügebei des Königs deutschen Räten, bei dem Schatzmeister JakobVillinger und Dr. Gregor Lamparter, aber die machten dieSache nicht klar ab, erforderten auch die Nürnberger erst amfolgenden Morgen um 7 Uhr. Sie konnten aber erst fast eineStunde später mit ihren Schätzen wegen des Gedränges in die