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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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hatte, ein geistiger Kampf war ausgebrochen, die Einheit derReligion stand seit drei Jahren in Gefahr. Selbst Siegmundhatte so schwere religiöse Kämpfe nicht vor sich, als er angleicher Stelle die Worte über sich hörte: Domine salvum facregem. Und den, der jetzt diese Worte über den zum Zeichenseiner Demut auf der Erde Hingestreckten sprach, mußte Karlbrechen, von seinem Erzstuhle vertreiben; denn auch er solltesich der neuen Lehre zuwenden.

Die Erzbischöfe geleiteten den Herrscher weiter undführten ihn zu seinem Stuhle, der mit den prächtigsten gol-denen Stoffen und Kissen belegt war, vor den Marienaltar.Vergoldete Tafeln standen vor dem altkarolingischen Altar-tische und vor der Predella, darüber erhob sich die als Gnaden-bild verehrte Madonna mit dem Christuskinde, eine würde-reiche Skulptur, und der herrliche Marienschrein, ein hohesKunstwerk des 13. Jahrhunderts, in Gold und Edelsteinenglänzend. Seit der Erbauung des neuen weiträumigen, ebensoherrlichen wie kühnen Chores umgaben den Altar vier Säulen,die ein gotisches bemaltes Gewölbe trugen. Die Stephans-burse zierte als Reliquie den Altar, die Erde mit dem Blute desersten christlichen Blutzeugen glaubte man nahe; in der Nähestand das Bronzepult des 15. Jahrhunderts, das schon damalsals ein Meisterwerk ohne gleichen angestaunt wurde 8 . Wereinen Durchblick in den lichtdurchfluteten gotischen Chorhatte, ersah ob dem Choraltare das andere meisterhafte Sarg-reliquiar, den Karlsschrein mit den Bildern deutscher Königeund Kaiser bis auf Friedrich II. hinab, der in jenen Tagen,da er das verhängnisvolle Kreuzzugsgelübde tat, das fertigeKunstwerk selbst geschlossen hatte. Unten am Altare die viel-bewunderte pala d'oro Ottos III. und am Tische des Altaresauch wohl das zu Ende des 15. Jahrhunderts getriebeneAntependium.

Vor dem Marienaltare, dem die Krönung treugebliebenwar, kniete Karl nieder und berührte den Boden mit der Stirne.

Der Consekrator, der Erzbischof von Köln, hielt dasHochamt, assistiert von zwei Kanonikern des Stiftes, die dasKapitel ausgewählt hatte. Das Rituale der Messe von den hl.