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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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umgestülpt war. Ein Augenzeuge bei der Krönung Friedrichshat die Tracht der Kurfürsten mit der der Doktoren der Theo-logie von Paris verglichen! 3

Den alten Ordnungen gemäß erwartete an der innerenTüre der Nikolauskapelle, die sich in die Pfalzkapelle öffnet 4 ,die hohe Geistlichkeit, der Erzbischof von Köln, umgeben vonden Erzbischöfen von Mainz und Trier 5 , von den Ministrantenaus dem Kapitel, von diesem selbst, wie Gliedern des KölnerDomkapitels 6 , den Fürsten, den jener krönen sollte, diese ihnaber in ihren Konvent aufnehmen wollten. Das Lotharkreuzmit der Kamee des Augustus begrüßte den zukünftigen CaesarAugustus. Er küßte Kreuz und das altehrwürdige Evangeliar.Nach kurzen Gebeten zog die Prozession mit dem Coronatorvorauf durch den Mittelraum. Am Ende geleiteten die beidenanderen Erzbischöfe den König, und der Klerus sang dazu:,,Ecce mitto angelum meum." Dem Könige folgte der Pfalz-graf, die kurfürstlichen Gesandtschaften, die Fürsten, die indem Mittelraume unter der Kuppel ihren Platz nehmen sollten.Den Eingang zu sperren und nur die Auserwählten hereinzu-lassen, war sonst bei sorgfältiger Vorbereitung gelungen; diesesMal aber drangen viele, die sich ganz kostbar gekleidet hatten,durch, und die Wachen des Königs wie der Stadt waren nichtimmer Herren geblieben. So entstand und blieb in der Kircheeine Bedrängnis, die Vorbereitungen waren nicht zum bestengeregelt. Nur die Kurfürsten kamen zu ihren Sitzen, die Ge-sandten aber standen zwischen den Fürsten und Edeln. Inähnlicher Bedrängnis war einst bei der Krönung Albrechts derKurfürst Albrecht von Sachsen erdrückt worden 7 .

Über die kostbarsten Teppiche hinweg war der Königbis zum Mittelpunkt der Kirche unter den großen RadleuchterBarbarossas geführt worden, der König warf sich hin und überihn sprach der Kölner die Worte: „Domine salvum fac regem,Herr mache den König glücklich und erhöre uns an dem Tage,an dem wir dich anrufen werden." Der junge Habsburgermochte hier nachdenken. Er war ein mächtiger Fürst, dermächtigste der Erde, das deutsche Reich aber zerrissen, austausend Wunden blutend, und wenn er Truppen und Schiffe