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Schatz an Ludwig den Bayern in Nürnberg abtreten, wo vieleTausende ergriffen das Heiltum sahen. Er ließ ihn dann inMünchen an geweihtem Orte aufbewahren, wo vier Cisterzien-ser von Fürstenfeld täglich ihre Messe lasen; später hat manden Schatz den Bürgern von München anvertraut. AuchKarl IV. war als Gegenkönig emporgekommen, doch mußteihm 1350 der Erbe Ludwigs des Bayern den Schatz mit denReliquien und der alten Krone ausliefern. Es geschah zuNürnberg, wo das „Reich", „das Heiltum" einer andächtigenMenge gezeigt wurde.
Mit dieser alten Krone können nur Rudolf, Albrecht,vielleicht Heinrich VII. und Friedrich der Schöne gekröntworden sein. Auf den von Richard gestifteten Ornat warenAdolf, vielleicht Heinrich VII. und sicher Ludwig der Bayeran ihrem Krönungstage angewiesen. Allein die Habsburgerbrauchten nicht zu ihm zu greifen. Verfolgt man die Königs-siegel aber, so kann man in dieser Zeit kein Siegel nachweisen,das die Konradinische Plattenkrone darstellte, bei Rudolf,Albrecht, Heinrich VII. und vielleicht auch bei Adolf undLudwig begegnet zumeist die Richardsche Krone. Will mandas hart deuten, so müßte man zu dem Schlüsse kommen, daßsie als die eigentliche Königskrone angesehen wurde, diePlattenkrone aber als Kaiserkrone gedeutet wurde und mehrund mehr zu einer Reliquie geworden war. Doch sind dieSiegelzeichnungen nicht immer genau. Wurden sie nach derKrone gemacht oder gaben sie nur einen hergebrachtenTypus wieder ? Mein mit unvollkommenen Mitteln gemachterVersuch, Ordnung in die wirre Geschichte der Kronen zubringen, bleibt sehr ungewiß. Doch das ist sicher, daß die vonRichard geschenkte Krone eine höhere Bedeutung hatte, alsman bisher annahm.
Es sei mir gestattet, kurz die Parallele mit dem ungari-schen Krönungsrechte noch weiter zu ziehen 17 .
Wie Aachen als der Stuhl des Reiches angesehen wurde,ohne daß das geradezu in den Namen der Stadt überging, fandenalle Krönungen in Ungarn nach dem ersten christlichen Königeund bis auf Ferdinand I. in Stuhlweißenburg (Alba regalis)