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Philipp von Falkenstein. Er muß doch wohl mit den Reichs-insignien gekommen und Richard also mit diesen geschmücktworden sein. Dieser übergab sie aber zu weiterer Burghutauf dem Trifelse wieder dem Falkensteiner, entweder sofortoder doch bei seiner Abreise nach England (Oktober 1258), woer dem Falkensteiner auch die Wetterau übergab. 1269 aberlieferte sie der Falkensteiner an den König ab, der sie ReinhardvonHoheneck, ebenfalls einem Reichsdienstmann, anvertraute 9 .
Ein deutscher König aus dem englischen Königshauseweilte also in seiner Heimat ohne die Abzeichen seiner neuenWürde! Während dieses Aufenthaltes oder des folgenden ließRichard sich einen Königsornat herstellen, den er nach seinerdritten Landung 1262 der Marienkapelle zu Aachen schenkte,wo er für immer verwahrt werden und der Aufsicht des Propstes,des Dekanes, des Kapitels und der städtischen Schöffen unter-stehen sollte. Vor allem ordnete er an, daß er bei allen künf-tigen Krönungen deutscher Könige gebraucht werden solle.In der Konsequenz liegt eine Möglichkeit, daß die Krönungganz von Trifels, von dem ererbten Kronschatze unabhängigwird. In der Konsequenz — im Augenblick hat der Falken-steiner das mindestens nicht schroff gefühlt, er blieb demKönige wenigstens zunächst treu und war für ihn eine derersten Stützen seines schwachen Regimentes 10 .
Gewiß waren und sind die Richardschen Insignien nichtnur interessante, sondern auch kunstreiche und wertvolle Ar-beiten. Aber was wollte der goldgestickte, mit einer Gugel(cuculla) versehene Seidenmantel mit den Perlen in den zahl-reichen Blumenblättern und mit den hundert kleinen silbernenSchellen am Unterrande gegenüber dem alten schweren, austiefrotem Purpurzendel hergestellten, goldgestickten, perlenbe-säten Königsmantel von monumentaler unvergeßlicher Schön-heit, diesem großartigsten Denkmal sarazenischer Bekleidungs-kunst ? Was wollte doch Unruhe gegenüber Majestät, was einSchellengeklingel neben dem phantastischen und heroischenBilde eines Kampfes des Löwen mit dem Dromedar! Und derSchatz von Trifels bot ja noch mehr von dem normännisch-siziliänischen Königsschatze, dessen Herkunft bald vergessen