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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Sinne umzubilden kein Herrscher versuchte. Frankreich hatteden Wah'charakter des Reiches schon um 1200 abgestreift,hat die königlichen Städte zu Förderern der Einheit gemachtund hat nach und nach alle Lehen wieder aufgesogen. So wardes ein Einheitsreich. In Deutschland aber verrammelten dasStaatsrecht und die Kraft der Sondergewalten jeden Weg. Dasist die nüchterne Betrachtung unserer Geschichte und ihrerTragik.

Tiie Kurfürsten sind nun die Herren der Wahl, aber siesind auch an der Krönung beteiligt. Die drei geistlichen habenwir schon 936 im Streite um das Krönungsrecht gesehen undauf die vier weltlichen war man als Kurfürsten doch zweifel-los auch deshalb gekommen, weil sie die Hofämter meist erb-lich besaßen, nicht alle. Der Tag von 936 hat eine Umdeutunggefunden. Diese vornehmen Hofämter haben in der Haupt-sache ihre Inhaber zu Kurfürsten gemachte

Noch haben wir nicht über ein Erfordernis gehandelt, esvielmehr nur beiläufig gestreift, daß der König mit den rich-tigen Insignien gekrönt sein mußte 4 . Das hatte ganz erheblicheKonsequenzen, die in die vorige Periode zurückgreifen. EinTeil der Reichsinsignien blieb dauernd in Aachen, doch warendas nur die kirchlichen Geräte. Das herrliche Evangeliar, dasder Legende zufolge Otto III. von den Knieen des thronendenLeichnams Karls des Großen nahm, in dessen Grab der Nach-fahre hinabgestiegen sei. In Wahrheit stammt es wohl ausOberitalien. Eine herrliche Handschrift, der viel später derAachener Goldschmied Hans von Reutlingen eine wirkungs-volle Zier des Einbandes gab. Auf dieses Buch leistete der Königseinen Krönungseid, der König gebrauchte es nicht weiter undebensowenig das spätkarlingische Reliquiar mit der vom Blutedes Protomartyrs St. Stephanus getränkten Erde, das bei derKrönung auf den Altar gestellt wurde. Für den König entbehr-lich waren auch andere Geräte, die wie das Lothar kreuz auchsonst wohl an hohen Festen von dem Stifte verwendet wurden.Endlich noch eine Waffe, mit der der König bei der Krönungumgürtet wurde, der „Säbel Karls des Großen", ein Meister-werk sarazenischer Frühzeit. Auch dieses zu einer Reliquie