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doch der sich seiner Stärke bewußte Herrscher wollte sich zukeiner Amnestie verstehen, er wollte, daß das Recht seinen Wegnehme. Ich darf hier nur streifen, was der größte der Stauferfür Aachen tat. Er gewährte der Stadt ein System von Messen,das sich allerdings im Handelsleben nicht durchsetzte, er gabden Aachener Kaufleuten, die mit ihren berühmten Tuchen bisnach Ungarn fuhren, große Vorrechte, er befahl, die Stadt mitMauern zu umgeben, er ließ durch den von ihm eingesetztenGegenpapst Karl den Großen heilig sprechen und er schenktedem Münster den Radleuchter, das Werk des AachenerMeisters Wibert. Die Privilegien, die gekrönte Herrscher derKrönungsstadt und der Krönungskirche widmeten, hat dieZeit unwirksam gemacht, aber noch hängt von der Mitte desGewölbes des Oktogons der Kronleuchter Barbarossas auf dieStelle herab, wo die zu Krönenden zuerst knieten. Den Aache-ner Dom ziert noch heute der wunderbare Ambo. Heinrich II.hat zwar nicht zu Aachen die Krone empfangen, aber vielleichtwollte er durch diese mit Gemmen und Elfenbeinreliefs ge-schmückte Zier die Krönungskirche entschädigen. Was sonstvon den Schätzen des Aachener Münsters auf in ihm gekrönteFürsten zurückgeht, ist in vollem Umfange nicht mehr zu er-kennen. Friedrich IL hat den Karlsschrein zwar nicht in Auf-trag gegeben, aber er schloß, als das Kunstwerk vollendet war,mit eigenen Händen ihn ab und hämmerte selbst die Nägel ein,die ihn verschlossen.
Der große Staufer Friedrich I. hatte einen fast ebensobedeutenden Sohn, dessen früher Tod ihn mitten aus reichenErfolgen dahinriß. Heinrich VI. wurde schon wie einst Hein-rich IV. in seinem vierten Lebensjahre an Mariae Himmelfahrti löq zu Aachen gekrönt. Nach siebenjähriger Regierung fiel erii 97 dem italienischen Klima zum Opfer. Es folgte die un-glückselige Doppelwahl von 1198. Wohl hatte der erwähltestaufische König Philipp noch 300 Reiter in die Stadt geworfen,die ein Schwabe, der Truchseß Heinrich von Waldburg führte.Aber Otio der Weife, der Erkorene des Niederrheins, kam mitstarker Macht und gewann nach tapferer Gegenwehr die Stadt.Philipp hatte nicht die Tatkraft seines Vaters geerbt und hatte