544 K ap- VIII. Die sociale Mechanik. 2. Der Zwang.
schaft ins Leben gerufen hat. In Bezug auf sie scheinteine gewisse Unbilligkeit obzuwalten. Was hat der Bauervon Universitäten, Bibliotheken, Museen? Und doch musser zu ihnen beisteuern. Aber wenn er mir, dem Ge-lehrten, diese Anstalten anrechnet, so ich ihm diejenigen,die seinen Interessen gewidmet sind, und zu denen ichebenfalls meinen Beitrag entrichten muss. Und sodann:wie unbedeutend sind diese Beiträge, und wie verwerlhensie sich schliesslich für das Ganze! Die Agriculturchemievon Liebig hat der Landwirthschaft Dienste geleistet, fürdie jeder Massstab fehlt — sie ist entstanden in dem La-boratorium der Universität Giessen. Auf der Sternwarte derUniversität Götlingen machten Gauss und Weber die erslenVersuche mit dem electro-magnetischen Telegraphen —der ökonomische Werlh des heuligen ausgebildeten Tele-graphenwesens spottet jeder Berechnung.
Doch bereits mehr als genug! Es bedarf nicht derWissenschaft, um den denkenden Menschen darüber auf-zuklären, in welchem Masse er seine Bechnung im Staatfindet, das blosse Aufschlagen des Auges reicht aus, umdies wahrzunehmen. Aber freilich, wenn man die her-gebrachten Klagen über die Lasten und Beschränkungen,die der Staat auferlegt, hört, möchte man glauben, dasser mehr eine Plage als eine Wohllhat sei. Die Vortheile,welche er gewährt, betrachtet man als selbstverständlich— dazu ist er ja da! — oder richtiger, man wird sichihrer gar nicht bewusst, es verhält sich mit dem Staat