Organisation der socialen Machtmittel. 315
lieh umgestaltet, dass die Macht des Staats organisirtist, während die des Volkes blosse Substanz ist. DasUebergewicht der organisirten Macht über die unorgani-sirte Macht ist das Uebergewicht des Mannes, der zwarnur ein Schwert besitzt, aber ein scharfgeschliffenes undjeder Zeil bereites, über denjenigen, der deren mehrerebesitzt, aber stumpfe, und die er nicht zu führen versteht,und die er erst suchen muss, wenn er sie nöthig hat.
Die praktische Moral für den Staat ist damit von selbstgegeben, sie besteht positiv in der möglichsten Vollendungder Organisation seiner eigenen Kraft und negativ in derVerhinderung der ihm bedrohlich werdenden Organisationder fremden. Wenn jede Kunst ihre Technik hat. so lässtsich die Organisation der Machtmittel der Gesellschaft alsdie Technik der Staatskunst bezeichnen, und wennman einen Virtuosen denjenigen nennt, der die Technikbis zur Vollendung ausgebildet hat, so darf man in Bezugauf jene Art der Technik auch vom Virtuosenthum derStaaten sprechen. Die Technik ist nicht das Höchste,denn über ihr steht der Gedanke, dem sie dienen soll,aber sie ist die Bedingung des Höchsten.
■Das ist die positive Seite der Aufgabe. Die negativeSeite derselben besteht in der Verhinderung einer demStaat bedrohlichen Organisation feindlicher Elemente, oder,da die Organisation in Form der Vereine erfolgt, in derrichtigen legislativen Gestaltung und der sorgsamen ad-ministrativen Ueberwachung des Vereinswesens. Die