246 Kap. VIII. Die sociale Mechanik. 2. Der Zwang.
dem der Mensch die Möglichkeit dessen verdankt, was ihnzum Menschen macht: das gesicherte Bestehen der bürger-lichen Gesellschaft, setzt bereits an in der Thierwelt.
2. Der Mensch — die Selbstbeherrschungder Gewall.
Leben des Stärkeren auf Kosten des Schwächeren,Vernichtung des letzleren im Conflict mit erslerem, dasist die Gestalt des Zusammenlebens in der Thierwelt —gesichertes Dasein auch des Schwächsten und Aermstenneben dem Stärksten und Mächtigsten, das die Gestaltdesselben in der Menschenwelt. Und doch hat der Menschhistorisch keinen anderen Ausgangspunkt vorgefunden alsdas Thier; aber die Natur hat ihn so ausgestattet, dasser im Laufe der Geschichte sich zu jener Stufe nicht blosshat erheben können, sondern müssen. Wenn dasSpiel der Weltgeschichte sich hundert und tausendMal erneuerte, immer würde^ die Menschheit an dem-selben Punkt wieder anlangen, auf dem wir sie jetzt fin-den — der Mensch kann nicht anders als einen Zustandherstellen, bei dem eine Gemeinschaft des Lebens mög-lich ist.
Die Geschichte der Gewalt auf Erden ist die Geschichtedes menschlichen Egoismus, die Geschichte des Egoismusaber besteht darin, dass er lernt, dass er zur Einsichtgelangt, wie er die Gewalt zu benutzen hat, um die fremdeKraft nicht bloss unschädlich, sondern sich nutzbar zu