Der ideale Lohn; Kunst und Wissenschaft. 191
Innehaber keinen höhern Werth, als er ihnen selber bei-legt, das Geld dagegen behält seinen vollen Werth d. h.seine ökonomische Kraft auch in den Händen. desjenigenbei, der es gering schätzt. Für die Gesellschaft ist es vomäussersten Interesse, dass der ideale Lohn in möglichsthoher Geltung stehe; je höher der Werth, den man aufihn legt, desto wirksamer ist der Hebel, den die Gesell-schaft in ihm für ihre Zwecke besitzt.
Wir haben oben (S. 4 04) den Verkehr definirt als dasSystem der geregelten und gesicherten Befriedigung dermenschlichen Bedürfnisse. Zu diesen Bedürfnissen zählenaber nicht bloss die leiblichen: Essen und Trinken, Klei-dung und Wohnung, sondern für einen gewissen Theil derBevölkerung auch die idealen Interessen der Kunst undWissenschaft; wer sie befriedigt, erfüllt damit einen Ver-kehrszweck , der Künstler und der Gelehrte dient dahernicht minder dem Verkehr als der Landwirlh, der Hand-werker, der Kaufmann. Auch die Kunst und Wissenschaftgehen hinaus auf den Markt und bieten ihre Schätze feil,der Maler sein Gemälde, der Bildhauer seine Statue, derComponist seine Symphonie, der Gelehrte sein Manuscript.Damit stellen sie sich, wie es scheint, auf eine Linie mitallen Andern, welche ihre Producte oder Fabrikate ver-kaufen : dem Landmann, Fabrikanten, Handwerker,— aufdas ökonomische Niveau des Geschäftslebens. Sie nehmenLohn für ihre Arbeit, folglich ist derselbe Arbeitslohn— alles, was von letzterem gilt, gilt auch von jenem.