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1 (1877)
Entstehung
Seite
189
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Der sociale Lohn — antike und moderne Gestalt. 189

den Oelkränzen bei den olympischen Spielen, den Mauer-Burgerkronen u. s. w. des Alterlhums entsprechen äus-serlich die Orden, Titel und Slandeserhöhungen derNeuzeit, aber in Bezug auf ihren inneren durch strengeGerechtigkeit in ihrer Vertheilung bedingten socialen Werthsind sie kaum mit ihnen zu vergleichen.*) Die Orden ins-besondere gellen nicht als Gegenstand des Rechts, son-dern allerhöchster Gnade (»Gnadenbezeugungen«), und vordem Glauben, in ihnen die zweifellosen Beweise hervor-ragender socialen Verdienste zu erblicken, ist man vielfachnirgends mehr bewahrt als an der Quelle, von wo sieausgehen, weil man die Hebel, Bücksichten u. s. w. kennt,welche dabei mitwirken; man möchte sie oft mit denAepfeln vergleichen, die, den ferner Stehenden unerreich-bar, denjenigen, die unter dem Baum sitzen, oder die in derLage sind, ihn schütteln zu können, in den Schooss fallen.Dass diese Gestalt der Sache im Laufe der Zeiten einer an-dern Platz machen und auch für den socialen Lohn derselbeUmschwung sich vollziehen wird, wie er für die Strafeim geordneten Rechlszustande stattgefunden hat: der Fort-schritt von dem reinen Belieben zum Becht, was nichtsanders ist als die Rückkehr zur Weise des Alterthums.davon bin ich moralisch so fest überzeugt, wie von irgend

*) In diese Kategorie öffentlicher Belohnungen gehören auchdie, sei es durch das Gesetz, sei es durch eine Privatperson ausge-setzten Preise, z B. für Lebensrettung, für treue Dienstboten, Tugend-preis u. s. w.