Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
165
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Der Credit. 165

Berufszweig enthält für Jeden, der tüchtig ist, eine An-weisung auf ausreichendes Brod. In der Gegenwartwürde Hans Sachs nicht mehr nölhig haben, Stiefeln zumachen, um dichten, Spinoza nicht mehr, Brillen zuschleifen, um philosophiren zu können, Kunst und Wissen-schaft haben es dahin gebracht, Jedem, der eine aus-reichende Begabung mitbringt, ein ausreichendes Brodbieten zu können; das Gnadenbrod, das beide in frühererZeit aus den Händen der Grossen entgegennehmen muss-ten, ist ersetzt durch Gehalt und Honorar. (Nr. 7.)

6. Der Credit.

Ich gelange hier an einen Gegenstand, den ich amliebsten ganz mit Stillschweigen übergehen würde, da der-selbe mehr der Nationalökonomie als der Jurisprudenz oderder Gesellschaftslehre angehört, andererseits aber steht der-selbe mit dem System des Lohnes und Verkehrs, das ichhier entwickle, in so enger Verbindung, dass sich dasselbeohne ihn gar nicht schildern und verstehen lässt. Der Cre-dit ist durch den Verkehrszweck mit der Nolhwendigkeitpostulirt, dass er bei einer gewissen Entwicklung des Ver-kehrs sich stets einstellen wird. Ohne Credit wäre der Ver-kehr das unvollkommenste schwerfälligste Ding von derWelt — ein Vogel ohne Flügel; um sich zu bewegen, be-darf er der Schwingen des Credits, und wie dem Vogeldie Flügel wachsen, so wie er kaum aus dem Ei gekrochen,so auch ihm.