162 Kap. VII. Die sociale Mechanik. \. Der Lohn.
treibt es heimlich und verstohlen (im Winkel, daher derWinkelschreiber und Winkeladvocat — auf dem Boden,Bön — daher der Bönhase), und ihn jagt man auf, wieden Hasen im Kohlgarten, beide nähren sich vom Fremden.Der Lohn, den das Geschäft abwirft, gebürt demjenigen, dersich ihm gewidmet hat, denn der Lohn bildet wie oben(S. 160) nachgewiesen das Aequivalent nicht für die ein-zelne Arbeit, sondern für die ganze Berufsstellung,aus der sie hervorgeht, dafür dass man sich auf sie vorbe-reitet, sachlich und persönlich für sie eingerichtet hat undsich jeder Zeit zu ihr bereit hält. Bei jedem Erwerbszweighat sich auf dem Wege der Erfahrung ein Gleichgewichtherausgestellt zwischen Lasten und Vortheilen, Pflichten undBeeilten. Wer, ohne die Pflichtstellung des Berufs zu über-nehmen, bloss die Vortheile desselben sich aneignet, ver-rückt dies Gleichgewicht und gefährdet den Erwerbszweig;er ist ein socialer Freibeuter, den die Gesellschaft alleUrsachehat zu unterdrücken. Die billigen Preise, die er bietet,sind ein Danaergeschenk , es sind die billigen Preise desWilderers — in fremdem Gehege lässt sich billig jagen!
Das Bönhasenjagen ist mit der Zunftverfassung, deres angehörte, gefallen, allein der Gedanke, der sich darinaussprach: die Unstatthaftigkeit einer Concurrenz vonLeuten, die nicht zum Geschäft gehören, ist in meinenAugen ein so richtiger, dass eine gesunde Socialpolitikihn nie aus den Augen verlieren darf. Die Concurrenzinnerhalb des Geschäfts regelt sich selber, die ConCur-