Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

144 Kap. VII. Die sociale Mechanik. 1. Der Lohn.

selbst wo es ihrer mehrere gibt, kann Jemand, der ihrerDienstleistungen bedarf, sich in einer solchen Lage befin-den, dass er schlechterdings nur an den einen von ihnengewiesen ist und sich die von ihm gestellten Bedingungengefallen lassen muss. Der Chirurg, welcher die Operationvollbracht, aber den Blutlauf noch nicht gestillt hat, hatden Patienten in seiner Hand, ebenso der Gastwirth, beidem derselbe logirt; wer hindert sie, den Einen, für dieBeendigung der Operation die eine Hälfte, den Andern,für die fernere Einräumung des Zimmers die andere Hälfteseines Vermögens zu fordern? will der Mann sein Lebenretten, so muss er als Bettler das Haus verlassen!

Wer also hindert sie? Wenn sie auf fernere Patien-ten und Gäste rechnen: die Bücksicht auf ihren eigenenVortheil. Wie mittelst der Concurrenz der Egoismus derAndern den unsrigen in Schach hält, so hier letzterer sichselber. Der egoistischen Ausnutzung der Gegenwart stelltsich die Bücksicht auf die Zukunft entgegen, der Egois-mus wägt die beiden möglichen Vortheile gegen einanderab und opfert den vorübergehenden, vielleicht noch sohohen des Moments, um sich den geringeren, aber dauern-den des ganzen übrigen Lebens zu sichernder Blickin die Zukunft ist die individuelle Selbst-regulirung des Egoismus.

Aber um in die Zukunft blicken zu können, mussman ein Auge darnach haben, das Auge gar mancherMenschen ist aber so blöde, dass es über die Gegenwart