140 Kap. VII. Die sociale Mechanik. 1. Der Lohn.
idealen Lohn, den der Staat oder die Gesellschaft zahlt:Titel, Ehren, Orden, sociale Stellung, Ansehn, Ruhm.Dieser Lohn enthält nicht die Befriedigung des Bedürf-nisses (Ehrgeizes) unmittelbar, sondern nur eine An-weisung darauf, ganz so wie das Geld in ökonomischerBeziehung, eine Anweisung nämlich auf die Gesellschaft,den Innehaber derselben ihr entsprechend zu ehren.Allerdings besitzt schon die Anweisung den Werth desGutes, das sie gewähren soll, allein das verhält sich beimGelde nicht anders — wer die Anweisung hat, ist ihrerdemnächstigen Realisirung sicher, — eben darin bestehtder Begriff des Lohns.
Im Folgenden verbleiben wir zunächst noch beimökonomischen Lohn; er soll unter dem AusdruckLohn im Folgenden allein verstanden werden.
4. DasAequivalent.
Die Begriffe Lohn und Aequivalent decken sich nicht,das Aequivalent kann in etwas anderem als in Lohn be-stehen (Realleistung) und der Lohn braucht kein Aequi-valent zu enthalten, er kann über den Betrag desselbenhinausgehen oder hinter ihm zurückbleiben. Unter Aequi-valent verstehen wir das Gleichmaass zwischen Leistungund Gegenleistung, bemessen nach dem durch den Ver-kehr auf dem Wege der Erfahrung ermittelten Werth-maassstab der Güter und Leistungen. Wie dieser Werth-