Begriffsbestimmung des Lohns. 139
ihrem regelmässigen Erfolg hat, während der Lohn nichtein bestimmtes, concretes Bedürfniss, sondern die Be-dürftigkeit des Menschen zu seinem Motiv hat, und derErfolg desselben darin besteht, ein Gut, einen "Werth,zu verschaffen, der geeignet ist, dieser Bedürftigkeit ab-zuhelfen. Lohn im obigen Sinn ist also der Werthaus-gleich einer Verkehrsleistung durch abstracteGüter — eine Definition, weil genug, um alle drei Artendes Lohnes (den ökonomischen, idealen und gemischten,)zu umfassen, und doch bestimmt genug, um in der An-wendung keinen Schwierigkeilen ausgesetzt zu sein.
Ich weiss nicht, ob ich gegen die Bichtigkeit dieserBegriffsbestimmung den Einwand gewärtigen muss, dassden Arbeiter nicht die Bedürftigkeit an sich, sondern dieNoth des Moments, der Hunger zur Arbeit treibe. DerLohn, den der Arbeiter erhält, befriedigt sein Bedürfnissnicht unmittelbar, sondern er gewährt ihm nur das Mitteldazu, nicht anders, wie der Kaufpreis oder Miethzins demVerkäufer und Vermiether. Ob die unmittelbare Nolh denEinen treibt zu arbeiten, den Andern zu verkaufen, denDritten zu vermiethen, oder ob nur der Wunsch, ihreArbeitskraft und Sachen angemessen zu verwerthen siedazu veranlasst, prägt dem Gelde, das sie dafür erhalten,keinen andern Gharacler auf, das Geld befriedigt in demeinen wie dem andern Falle das Bedürfniss nicht un-mittelbar, sondern gewährt nur die Möglichkeit »seinerdemnächsligen Befriedigung. Ganz dasselbe gilt von dem