138 Kap. VII. Die sociale Mechanik. 4. Der Lohn.
Geldleistung auszudehnen, unter Lohn im weitem Sinnalso nicht bloss den Arbeitslohn, sondern auch denPreis und den Zins und die Zinsen zu verstehen. Ichgebe dem Begriff aber noch eine weitere Ausdehnung,indem ich dem Geldlohn oder ökonomischen Lohn alszweite Art den idealen (Nr. 7) gegenübor stelle. Da-durch hat der Lohnbegriff eine solche Allgemeinheit ge-wonnen, dass wir den Lohn, wie von mir in der Ueber-sicht dieses Kapitels geschehen ist, als die Triebkraft oderden Hebel der gesammten Verkehrsbewegung bezeichnendürfen, wobei wir freilich die Ungenauigkeit begehen,dass wir uns nur an die vollkommne Form des Tausch-verkehrs (gegen Geld) hallen, die unvollkommne des Aus-tausches zweier Realleistungen dagegen als für die Ver-kehrsbewegung im Ganzen und Grossen unerheblich beiSeile lassen.
Hat jener Begriff aber durch diese Weile seiner Fas-sung nicht seine Brauchbarkeit und scharfe Bestimmtheileingebüsst? Ich glaube nicht. Lohn und Realleislungsind die beiden Formen des Entgeltes d. h. der Ausglei-chung von Leistung und Gegenleistung nach Grundsätzendes Egoismus — eine dritte Form dafür gibt es nicht.Das Moment der Ausgleichung haben sie gemein, derUnterschied beider aber liegt darin, dass die Realleistungdas nach Inhalt, Form, Zeit individualisirte, bestimmteBedürfniss, sagen wir den Drang der Nolh zu ihrem Motivund die unmittelbare Befriedigung dieses Bedürfnisses zu