128 Kap.- VII. Die sociale Mechanik. 1. Der Lohn. — Entgelllichkeit.
nicht ttberheben darf. Dazu gehört die von der abso-luten Vorausselzungslosigkeit des Geldes. DieGefälligkeit hat viele Voraussetzungen, das Geld keineandere als sich selbst. Die Gefälligkeit will mit Schonungund Geschick angesprochen sein, sie hat ihre Stimmun-gen, ihre Launen und Antipalhieen, sie kehrt sich viel-leicht gerade von demjenigen ab, der ihrer am meistenbedarf, oder zu der Zeil, in der Lage, wo sie ihm amnölhigsten ist, und selbst wenn sie immer willig bliebe,so hat sie doch ihre engbemessenen Gränzen. Von alledem weiss das Geld nichts. Das Geld kennt kein Ansehnder Person, es leidet nicht an Launen, es hat keine Zei-ten, wo es minder zugänglich wäre, es kennt keine Gränze,bei der seine Bereitwilligkeit endete. Der Egoismus hatdas lebhafteste Interesse daran — Jedem — zu jederZeil — in jeder Ausdehnung — zu Diensten zustehn; je mehr man ihm zumulhel, um desto mehr leisteter, je mehr man von ihm begehrt, desto williger wirder. Es gäbe keinen unerträglicheren Zustand, als wennwir alles, was wir nöthig haben, von der Gefälligkeit er-warten miisslen, es wäre das Loos des Bettlers l Unserepersönliche Freiheit und Unabhängigkeil beruht darauf,dass wir zahlen können und müssen — im Geld stecktnicht bloss unsere ökonomische, sondern auch unseremoralische Unabhängigkeit. Geld ist nicht gleich-bedeutend mit Entgeltlichkeil, sondern nur eine Formderselben. Entgelllichkeit bezeichnet Leistung um Gegen-