Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106 Kap. VII. Die sociale Mechanik. 1. Der Lohn.

folgenden Betrachtung unausgesetzt im Auge zu behaltenhaben, ist der der Sicherung der Befriedigung desmenschlichen Bedürfnisses, es ist der Maassstab, mit demwir alles, was uns begegnet, zu messen haben. Das Be-dürfniss ist das Band, mit dem die Natur den Menschenin die Gesellschaft zieht, durch das sie die zwei Grund-gesetze aller Sittlichkeit und Cultur: Jeder ist für dieWelt da und die Welt ist für Jeden da (S. 72) ver-wirklicht. Abhängig von seinen Nebenmenschen durchsein Bedürfniss und in um so höherem Grade, je mehrer, sowohl als Individuum wie als Gattung, sich ent-wickelt, wäre der Mensch das unglückseligste Wesenvon der Welt, wenn die Befriedigung seines Bedürfnissesvom Zufall abhinge, wenn er dabei nicht vielmehr mitaller Gewissheit auf die Mitwirkung und Beihülfe seinerNebenmenschen zählen könnte. Dann würde das Thierfür ihn ein Gegenstand des Neides sein müssen, denn dasThier ist von der Natur so eingerichtet, dass es, wenn esin den Besitz der ihm von ihr zugedachten Kräfte gelangtist, einer solchen Unterstützung nicht bedarf. Die Verwirk-lichung des gegenseitigen Bestimmungsverhältnisses desMenschen für diesen Zweck, die Ausschliessung des Zu-falls , die Herstellung der Sicherheit der Befriedigung desmenschlichen Bedürfnisses als Grundform der gesellschaft-lichen Existenz, das geregelte, gesicherte, mit dem Be-dürfniss stets gleichen Schritt haltende reale System dieserBefriedigung das j$t der Verkehr,