Die vier Hebel der socialen Bewegung. 103
die nirgends fehlen können und fehlen, sei ihr Zustandauch ein noch so unentwickelter oder verkommner. Ihnenstehen gegenüber zwei andere Triebfedern, welche nichtden Egoismus (S. 62) zu ihrem Motiv und ihrer Voraus-setzung haben, vielmehr umgekehrt die Verläugnung des-selben im Dienste der Gesellschaft, und die ich, da sienicht in der niedern Region der rein individuellen, son-dern in der höheren der allgemeinen Zwecke spielen, y^,die höheren oder da, wie ich später (Kap. 9) nachwei-sen werde, die Gesellschaft die Quelle der Sittlichkeit ist,die sittlichen oder ethischen Hebel der socialen Be-wegung nenne. Sie sind das Pflichtgefühl d. i. dieHarmonie des individuellen Willens mit den Forderun-gen der Gesellschaft, seien dieselben in Form des Ge-setzes ausgesprochen (Recht) oder nicht (Sittlichkeit, Moral)und die freie Selbstverläugnung, die über das, wasdie Gesellschaft fordert, hinausgeht — jene die Prosa,diese die Poesie der Sittlichkeit.
Von den beiden egoistischen Hebeln nimmt der Zwangpsychologisch die niederste Stelle ein. Der Lohn steht inpsychologischer Beziehung über dem Zwang, denn derLohn appellirl an die Freiheit des Subjecls, er erwartetseinen Erfolg ausschliesslich von dem freien Entschlussdesselben — bei dem Faulen verfehlt er seinen Zweck,während der Zwang auch bei ihm noch seine Wirkungäussert — der Zwang dagegen beschränkt die Freiheit(psychologischer Zwang, S. 16) oder schliesst sie