Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
97
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Vcrhültniss der Gesellschaft zum Staat. , 97

Aber auch geographisch fällt das Gebiet der Gesell-schaft mit dem des Staats nicht zusammen; dieses endetmit den Gränzpfahlen seines Territoriums, jenes erstrecktsich über die ganze Erde. Denn der Satz: »Jeder ist fürden Andern da« gilt für die ganze Menschheit, und derZug der gesellschaftlichen Bewegung geht unausgesetzt da-hin , ihn geographisch in immer weiterer Ausdehnung zuverwirklichen. Die Arbeit des Einzelnen, sei es die derHand, oder die des Kopfes, für die Gesellschaft und da-durch mittelbar für ihn selber möglichst nutzbringend zumachen, jede Kraft im Dienst der Menschheit zu ver-werlhen das ist die Aufgabe, die jedes Gullurvolk zulösen, und auf die es darum alle seine Einrichtungen zuberechnen hat. Mit der Production und Fabrikation, kurzmit der Arbeit allein ist es nicht gelhan. Die blosse Ar-beit bildet nur den einen Theil der Aufgabe, der zweitebesieht darin, Denjenigen, bei dem das Arbeitsproductseine höchste Vcrwerlhung findet, aufzusuchen womöglich auf dem ganzen Erdenrund. Die meisten Erfin-dungen der modernen Zeit bewegen sich in den durchdiese beiden Aufgaben bezeichneten Richtungen, die einenhaben die Arbeit selber zum Gegenstande: ihre Verein-fachung, Vervollkommnung, Erleichterung, die anderen ihreVerwerthung mittelst des Handels, die Uebertragung dessen,was der Eine für die Gesellschaft producirt hat, bestehees in der Frucht seines Feldes, dem Werk seiner Hände,dem Product seines Geistes, seiner Phantasie, an den rich-

v. Jhering, Der Zweck im Kecht. 7