Das Dasein für Andere; Dimensionen desselben. 87
Freunden, Kunden, bei dem Andern dehnt sie sich ausüber ein ganzes Volk, über die ganze Menschheit. DieFrucht des einen Daseins für die Gesellschaft fasst sichzusammen in das Quantum Kartoffeln, Röcke, Stiefelnu. s. w., das der Mann ihr geliefert, die des andern: desgrossen Dichters, Künstlers, Technikers, Gelehrten, Staats-mannes nimmt Dimensionen an, die wir vergebens zu er-messen versuchen, insbesondere wenn wir die Nachwir-kungen desselben nach dem Tode in Anschlag bringen.Denn während bei dem gewöhnlichen Mann der Tod raschdie Spuren seines Daseins tilgt, entfaltet das Dasein bei derhistorischen Persönlichkeit erst nach dem Tode sich zuseiner ganzen Kraft und Herrlichkeit, zu immer weiterenund reicheren Wirkungen. Der Geist des grossen Mannesarbeitet noch mit an dem Culturzweck der MenschheitJahrhunderte und Jahrlausende, nachdem seine Aschelängst in alle Winde verstreut ist. Homer, Plalo, Aristo-teles, Dante, Shakespeare — und wer nennt alle die He-roen des Geistes, der Kunst und Wissenschaft, von denendasselbe gilt? — sie alle stehen noch heute mitten unteruns in lebendiger, ungeschwächter, ja gesteigerter Kraft— sie haben gesungen, gedacht für die ganze Menschheit.Mit diesem Nachwirken eines Daseins, nachdem esselber geendet, berühren wir diejenige Form des Daseinsfür Andere, auf welcher die Sicherung und der Forlschrillunserer gesammlen Gultur beruht. Der juristische Aus-druck dafür ist die Erbschaft. Die Idee des Erbrechts