Die ökonomische Selbstbehauptung; das Vermögen. 69
speicherung der erst in der Zukunft nöthig werdendenUnterhaltungsmitte] gerichteten Slrebens.
Damit gelangen wir zur zweiten Art der Selbstbe-hauptung: der ökonomischen. Von ihr finden sich inder Thierwelt nur schwache. vereinzelte Ansätze. Ihrembegrifflichen und historischen Ausgangspunkt nach an denZweck der physischen Selbslerhaltung anknüpfend, ge-winnt dieselbe in demselben Maasse, wie die Zwecke desLebens sich steigern, auch ihrerseits höhere Ziele undAufgaben. Die Sicherung des zukünftigen Lebens wirdSicherung des zukünftigen Wohllebens, die Beschaffungdes Nolhwendigen und Unentbehrlichen bereitet dem Ent-behrlichen, Angenehmen die Stätte; der Befriedigung desGaumens folgt die des Auges, des Geistes, Gemüths.Ueberall bleibt das Vermögen der Cullur, die stets neueBedürfnisse und Zwecke kennen lehrt, als der bereite Die-ner, welcher für alles die nöthigen Mittel hergibt, zurSeite. Kein Zweck, keine Aufgabe weder des Einzelnennoch der Gesellschaft noch des Staats, die nicht durch dasVermögen in wirksamster Weise gefördert würde; keineTugend, kein Lasier, weder des Einzelnen noch der Na-tion, das nicht im Vermögen zum Ausdruck gelangte. DieArt, wie er sein Vermögen verwendet, ist für den Menscheneiner der sichersten Maassstäbe für die Beurtheilung sei-nes Characters und Bildungsgrades — in den Zwecken,für die er sein Geld ausgibt, zeichnet er sich selbst.Die Art, wie er es verdient, liegt nur zu oft nicht in