Interesse bei der Selbslverlaugnun;;. 63
begriffen; so lange dies nicht geschehen, harrt unsereFrage nach der Bedeutung des Zwecks beim menschlichenWillen vergebens ihrer Lösung.
Wo nun Aufschluss suchen? In der Tiefe des eignenHerzens? Ich glaube, es gibt nur einen Weg, der sicherzum Ziel führt, das ist der, die Lösung des Problems zusuchen in der realen Welt, wo es sich zeigen muss, wasdiese beiden Triebfedern für die Welt bedeuten, welchenAntheil sie haben an der Bewegung, die wir menschlichesLeben nennen. Wenn wir wissen, was sie hierfür be-deuten, so werden wir sie begriffen haben:
Das menschliche Leben heisst der Inbegriff t dermenschlichen Zwecke. So gestaltet sich denn die Auf-gabe, der wir uns im Folgenden zuwenden, zu einer Sy-stematik der menschlichen Zwecke. Ich sageSystematik. Das soll heissen : ich will diese Zwecke nichtbloss äusserlich neben einander stellen, sondern ich willden Versuch machen, den inneren Zusammenhang, in demsie unter einander stehen, aufzudecken, nachzuweisen,wie einer an den andern anknüpft, der höhere an denniedern, und nicht bloss anknüpft, sondern wie einer in derConsequenz seiner selbst den andern aus sich her vortreibt.
Nur eine Beschränkung lege ich mir dabei auf. DerZweck der ganzen Schrift ist auf den Juristen berechnet,und wie die Bücksicht auf ihn mich bestimmt hat, innebensächlichen Dingen manches einzuüechten, was nurfür ihn ein Interesse hat, so leitet sie mich auch bei der