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1 (1877)
Entstehung
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59
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Interesse bei der Selbstverläugnung. 59

so muss die Selbstverläugnung unter den Gesichtspunktdes Handelns für sich fallen. Damit wäre sie denn,wie es scheint, als das, was sie sein will, völlig besei-tigt, und jene Moralisten hätten Recht, welche behaupten,die Triebfeder jeder menschlichen Handlung sei eineegoistische.

Der Schluss ist ein übereilter. Auch die Selbstver-läugnung setzt ein Interesse voraus, aber es ist völliganderer Art als das des Egoismus, und die Sprache hatganz das Richtige getroffen, wenn sie zwischen beidenscharf unterscheidet und die »selbstlose, uneigennützige,selbslverläugnende« Gesinnung der »egoistischen, eigen-nützigen, selbstsüchtigen« rühmend gegenüberstellt.

Bei dem egoistischen Handeln für einen Andern istdem Handelnden die Wirkung, die er dadurch für denAndern erzeugt, so völlig gleichgültig, dass er am liebstenseinen Zweck ohne sie erreichen würde; für ihn ist sielediglich Mittel zum Zweck. Bei der selbslverläugnendenHandlung aber ist gerade umgekehrt jene Wirkung derZweck, den der Handelnde im Auge hat; ist sie nichtoder nicht mehr zu erreichen, so unterlässt er die Hand-lung. Niemand wird in die Flammen oder ins Wasserspringen, um eine Person zu retten, die bereits verbranntoder ertrunken ist er mag sich aus Verzweiflung überihren Tod das Leben nehmen, aber dies nennen wir keineSelbstverläugnung, denn es ist kein Handeln für einenAndern Was der Handelnde bei dem Act der Selbst-