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1 (1877)
Entstehung
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58
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58 Kap. IV. Das Problem der Selbstverleugnung.

sie unterscheidet zwischen den Zwecken. Dieselben rniis-^sen eine gewisse Beziehung zu mir haben) wenn ich michfür sie erwärmen soll. Der Protestant steuert nicht beizum Piusverein, der Katholik nicht zum Guslav-Adoli's-Verein, für einen völlig Fremden thue ich nicht, was füreinen nahen Freund.

Diese Beziehung bezeichnet die Sprache bekanntlichmit dem Ausdruck: sich für etwas interessiren, Anlheilnehmen. Es ist hier noch nicht der Ort genauer festzu-stellen, worin dieses Sich-Interessiren bestehe, und woraufes beruhe das kann erst am Schluss unserer ganzenUntersuchung (Kap. 10) geschehen; hier aeeeptiren wirdie Vorstellung, welche sich sprachlich in diesem Aus-druck ausgeprägt hat, und die wir bei Jedem voraussetzendürfen.

Ein »Sich-Interessiren« für den Zweck, oder sagenwir kurz: Interesse ist die unerlässliche Voraussetzungeiner jeden Handlung ein Handeln ohne Interesse istein eben solches Unding als ein Handeln ohne Zweck, esist eine psychologische Unmöglichkeit. *) Mag das Interesseauch noch so gering und noch so entfernt sein, aber irgendeines Interesses bedarf es stets, wenn der Zweck Machthaben soll über den Willen.

Ist das Interesse die Beziehung des Zweckes auf denHandelnden, und ist kein Handeln denkbar ohne Interesse,

*) Schopenhauer S. 165 »ein Wollen ohne Interesse ist einWollen ohne Motiv, also eine Wirkung ohne Ursache.«