42 Kap. III. Der Egoismus im Dienste fremder Zwecke.
Die Natur selber hat dem Mensehen den Weg ge-wiesen , den er einschlagen muss, um einen Andern fürseine Zwecke zu gewinnen, es ist der der Verknüpfungdes eignen Zweckes mit dem fremden Interesse.Auf dieser Formel beruht unser ganzes menschliches Le^ben: der Staat, die Gesellschaft, Handel und Verkehr.Eine Cooperation mehrerer Menschen für denselben Zweckkommt nur dadurch zu Stande, dass die Interessen allerconvergirend in demselben Endpunkt zusammentreffen.Keiner hat vielleicht den Zweck als solchen, sondern Jedernur sein eignes Interesse im Auge, aber die Coincidenzihrer Interessen mit dem allgemeinen Zweck bewirkt,dass, indem Jeder sich bloss für sich bemüht, er zugleichfür den Zweck thätig wird.
Wo ein solches Interesse von vornherein nicht vor-handen ist, kommt es darauf an, es in künstlicher Weisezu schaffen. Wir nehmen den einfachsten Fall: den Zweckeines Einzelnen, der zu seiner Erreichung die Mitwirkungeines Andern voraussetzt. Die Erweiterung meiner Fabrikerfordert die Abtretung eines Grundstücks von Seitenmeines Nachbarn. Jeder weiss, auf welchem Wege alleinich Aussicht habe in den Besitz desselben zu kommen:durch Kauf. Mittelst der Kaufofferte schaffe ich in derPerson meines Nachbarn künstlich ein Interesse an derVerwirklichung meines Zwecks, vorausgesetzt dass ichihm so viel Geld biete, dass sein Interesse, die Sache fort-zugeben höher ist, als das, sie zu behalten. Fordert er mehr,