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1 (1877)
Entstehung
Seite
41
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Die Coincidenz dci' Zwecke die Natur. 41

gesetzt und das Menschengeschlecht wäre mit der erstenGeneralion untergegangen. Wenn dem Gefühl der Lustkeine Absicht der Natur zu Grunde läge, warum hatsie dasselbe bloss an die freiwilligen oder absichtlichen,warum nicht auch an die unfreiwilligen Functionen desmenschlichen Organismus geknüpft, warum verursacht derBlutumlauf und das Athmen dem Menschen nicht dasselbeVergnügen wie die Befriedigung von Hunger und Durst?Wer die Materie sich selber gestalten lässt ohne Zweckund Plan, hat auf diese Frage keine Antwort; es wärenicht zu begreifen, warum die rein dem Zufall überlas-sehe Lust bloss auf diesem, nicht auch auf jenem Punktdes thierischen Lebens zum Durchbrach gekommen ist,warum sie sich nicht ebenso gut auf den Eintritt und denAbgang der Zähne, das Wachsen des Haares u. s. w. ge-worfen hat, wie auf die Ernährung und Begattung. Aberdie Natur ökonomisirt mit der Lust sie bewilligt sie nurda, wo sie dieselbe nicht entbehren kann, nur als Prämiefür etwas, wozu sie den Menschen nöthig hat. Ebensoverfährt sie mit dem Schmerz; auch er tritt nicht planlosauf, sondern er ist von der Natur ganz so berechnet wiedie Lust. Eine Unterbrechung der normalen Functionenunserer Organe, welche den Fortbestand des Lebens nichtbedroht, z. B. des Sehens und Hörens durch Schliessung derAugen und Ohren ist mit keinem Schmerz verknüpft, aberdas Einhallen des Athems erzeugt sofort Unbehagen. DerSchmerz dient in der Schöpfung nur als Warner vor Gefahr.