40 Kap. III. Der Egoismus im Dienste fremder Zwecke.
regelmässig das Uebergewichl behäll. Halte sie es nicht,oder wäre es möglich, dass das Verhältniss sich ineiner Weise änderte, dass die Lust geringer würdeals die Last, sie würde ganz dieselbe Erfahrung machenwie ein Arbeilgeber, der den Arbeitern den Lohnüber die Gebühr verkürzt, und dem sie darum davon-laufen ; die Well würde mit der zweiten Generation aus-sterben.
Auch die Natur kann den Menschen für ihre Zweckenur in der Weise gewinnen, dass sie in ihm den Hebel deseigenen Interesses in Bewegung setzt. Diesen Weg hatsie sich selber vorgezeichnel; hätte sie ihn nicht gewollt,so hätte sie den Menschen anders einrichten müssen. Sowie er einmal ist, hat sie kein anderes Mittel, ihn ihremZwecke dienstbar zu machen, als indem sie an sein eig-nes Interesse appellirt. Dies Interesse hat sie ihm gege-ben in Gestalt von Lust und Schmerz. Durch Lust undSchmerz weiss die Natur uns in die Bahnen zu leiten, diewir gehen sollen, durch beide verbindet sie unsere In-teressen mit ihren Zwecken. Wer etwas der Lust wegenthut oder der üblen Folgen wegen unterlässt, der han-delt seinetwegen, aber er vollzieht damit zugleich die Ge-bole der Natur. Wenn mich irgend etwas in meinemGlauben an den Zweckgedanken in der Natur bestärkt, soist es der Gebrauch, den sie von Schmerz und Lust macht.Beide hinweg gedacht oder mit einander verlauscht, denSchmerz auf die Ernährung und die Lust auf das Sterben