Die Coinuidenz der Zwecke — die Natur. 39
Lust, und eine Strafe androht, wenn er nicht thul, waser soll, oder thut, was er nicht soll: den Schmerz. Ver-sagen beide ausnahmsweise ihre Wirkung, so ist die Naturmachtlos. Ist die Summe des physischen oder moralischenLeids, welches das Leben für einen Menschen in sichschliesst, grösser als die Summe der Annehmlichkeilenoder Genüsse, die es ihm bietet, so ist das Leben fürihn kein Gut mehr, sondern eine Last, und wie Jeder einGut wegwirft, das sich in eine Last verwandelt hat, somacht es der Egoist mit dem Leben — der Selbstmordist in einer solchen Lage die nothwendige unabwendlicheConclusion des Egoismus. Ob es nicht einen andern Stand-punkt gibt, auf den sich der Mensch in dieser Lage zustellen hat, ist eine Frage, die wir später Gelegenheit er-halten werden zu untersuchen; der Natur gegenüber recht-fertigt sich der Mensch einfach damit: die Prämie, diedu mir für Erhaltung des Lebens ausgesetzt hast, war zugering gegenüber den Leiden und Qualen, die du miraufgebürdet hast, es ist deine eigene Schuld, wenn ichdir ein Geschenk zurück gebe, welches keinen Werlhmehr für mich hat, und das ich keine Pflicht habe zubehalten; zwischen uns beiden besteht lediglich der Fussgegenseitiger Abrechnung.
Aber die Natur hat dafür gesorgt, dass solche Fälle,in denen die Rechnung gegen sie ausschlägt, höchst ver-einzelte bleiben, sie hat das Durchschnittsverhältniss zwi-schen Lust und Schmerz im Leben so gestaltet, dass erstere