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1 (1877)
Entstehung
Seite
34
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34 Kap. H. Der Zweckbegriff beim Thier.

Zweck seines Wollens wie das Thier ausschliesslich sichselber. Bei einer so fundamentalen Differenz im Grund-plan des beiderseitigen Willensvermögens könnte eine Ver-gleichung beider höchstens den Zweck haben, um dieElevalion des menschlichen Willens über das Niveau desthierischen in ein glänzendes Licht zu setzen. Wer siehtnicht ein, dass gerade jenes Handeln des Menschen füretwas ausser ihm: für Individuen wie für Zwecke dasmenschliche Leben erst zu dem macht, was es ist? Durchalle Verhältnisse des Lebens zieht es sich hindurch, be-ginnend im engen Kreis der Familie, wo es sich auf ein-zelne Individuen beschränkt, sich ausdehnend in den Re-gionen des staatlichen Daseins auf ein ganzes Volk undauf dem höchsten Gipfel des weltgeschichtlichen Wirkensdie ganze Menschheit umfassend. Ohne dieses Handelnfür Andere wäre unser ganzes Dasein des Besten undErhebendsten, was es bietet, aller Poesie und der schön-sten Tugenden beraubt: der Liebe, der Freundschaft, desMitleidens, des Gemeinsinns, der Vaterlandsliebe; vonallen Hebeln des gesellschaftlichen Lebens würde keinerübrig bleiben als der öde Egoismus der Mensch würdeganz so wie das Thier nur für sich selber sorgen. Abersein schönstes Vorrecht vor dem Thier ist eben das Ver-mögen sich selbst verläugnen zu können.

Ich habe damit nur den Einwand wiedergegeben, denich mir selber aufgeworfen habe, als sich mir zuerst dieIdee einer Uebereinstimmung in der Anlage des Willens