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1 (1877)
Entstehung
Seite
33
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Das Willensschema beim Thier. 33

welche hinsichtlich des physischen Organismus zweifellosobwaltet. Nur das beim Menschen hinzutretende Selbst-bewusstsein würde den Fortschritt bezeichnen, den dasWillensvermögeh gegenüber der Stufe, auf der es sichbeim Thier befindet, mit dem Menschen macht. Aberauch dieser Fortschritt ist kein Sprung der Natur, es istkeine unübersteigliche Kluft, welche das Thier vom Men-schen trennt, sondern der Mensch selber vermittelt denUebergang: im Kinde, im Wahnsinnigen, im gewohnheits-mäßigen Handeln (S. 24).

Aber wenn wir nun einen Blick werfen auf das Men-schenleben, auf die Geschichte und alles, was der Menschim Lauf derselben geleistet hat, so möchte es als ein Fre-vel an ihm erscheinen, ihn, der alles dies hervorgebrachthat, auf eine Linie zu stellen mit dem Thier, dessen ganzeWillensfunction sich daran erschöpft, das ihm von derNatur verliehene Leben zu behaupten und weiter zu geben,ohne dass das Dasein der Gattung im Lauf der Jahr-tausende auch nur einen Schritt aus der Stelle rückte.Selbst wenn man diese colossale Differenz in den Resul-taten ihrer beiderseitigen Willenslhätigkeit ausschliesslichauf Rechnung des Factors schieben müsste, den der Menschvor dem Thier voraus hat: des Selbstbewusstseins, sobleibt doch in ihrem Willen selber eine Grundverschie-denheit übrig, die jede Gleichstellung ausschliesst. DasThier kann nur für sich handeln, der Mensch auch für^Andere, d. h. er entnimmt weder den Grund noch den

v. Jhering, Der Zweck im Beeilt. 3