32 Kap. II. Der ZwcckbogrifT beim Tbier.
sehen alles Wollen in seinem Ausgangs- und Endpunktauf den Wollenden selber beschlossen, handelt er nur sei-netwegen, und wenn es der Fall, bedeutet dies: seinet-wegen das subjeetive Gefühl der Bedingtheit seinerselbst durch die Erreichung des Zweckes?
Wäre die Frage zu bejahen, so würden wir damiteine einfache, für das Thier wie für den Menschen gleich-massig zutreffende Formel des Begriffs der Handlung ge-winnen: Verwirklichung der Daseinsbedingun-gen; elastisch genug, um eben so sehr den niederen,rein physischen Daseinsbedingungen des Thieres, als denhohen und höchsten des menschlichen Daseins zu ent-sprechen , ebenso zutreffend für den rein sinnlichen Men-schen, dessen Daseinsbedingungen oder Zwecke kaum überdie des Thieres hinausgehen, als für die idealste Natur,deren Daseinsbedingungen alle Interessen des Geistes,Herzens, Gemülhs in sich aufnehmen, kurz eine Formel,die sich wie jener Bock der Fabel, der sich nach jedemLeibe zurechlzog, jedem lebenden Wesen genau anschmie-gen würde. Dann fände auch jener enge Zusammenhang,der zwischen dem Leben und dem Willensvermögen zwei-fellos obwaltet (S. 6), seinen befriedigenden Abschluss.Die Aufgabe und Bestimmung des Willens im' Plane derNatur wäre dann: Erhallung und Gestaltung des eigenenLebens, gleichmässig bei Thier und Mensch, und wir hät-ten damit in Bezug auf den Willen dieselbe Ueberein-stimmung in der Anlage des lebenden Wesens gewonnen.