Willensschcma beim Thicr. 31
das Dienende geworden d. h. Mittel für seinen Zweck.Der Begriff des Mittels ist demnach in die Zweckabhän-gigkeil des Subjects von ihm zu setzen.
Fassen wir die wesentlichen Züge, welche uns dieBetrachtung des Willensvorgangs beim Thier ergeben hat,mit Hinzufügung des früher (S. 22) bereits erörterten Mo-ments der äussern That in eine Formel zusammen, solautet sie: Aufhebung (1) eines innerlich empfundenenAbhängigkeitsverhältnisses (2) durch eigene Kraft (3) mit-telst Einwirkung auf die Sinnenwelt (4). Das dritte und'vierte Moment dieser Formel (Selbstbestimmung und äussereThat) haben für unseren Zweck einer Vergleichung desWillensvorganges beim Menschen mit dem beim Thierekein weiteres Interesse, ein um so höheres aber die bei-den ersten. In ihnen ist der Salz enthalten: Grund undZweck des Willens liegen im Thier selber, dieWillensbewegung geht vom Thier aus und kehrt zu ihmzurück, oder: das Thier thut alles seinetwegen.
Trifft nun dieser Theil unserer Formel auch für denMenschen zu"? Kann man auch von ihm sagen: der letzteGrund seines Willens liegt in ihm selber, was so vielsagen würde, als: in den von ihm als solchen empfunde-nen (physischen, inlellecluellen, moralischen) Bedingungenseines Daseins? der Zweck seines Wollens ist auch beiihm auf ihn selbst gerichtet, was so viel heissl als: dar-auf, diese Daseinsbedingungen durch seine That zu ver-wirklichen? Ist also wie beim Thier so auch beim Men-