Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
29
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Naturzweck; individueller Zweck des Thicres. 29

ist mithin nicht die Selbsterhaltung; es ist daher ver-kehrt , wenn man sich den Trieb der Selbslerhailung alsein das Thier selbst bewegendes Motiv denkt, man könntemit demselben Recht von einem Triebe der Gattungser-haltung sprechen. Das Thier, das von seinem Selbst nichtsweiss, sondern dasselbe nur fühlt, kann nicht denGedanken haben, sein Selbst als etwas ihm Werthvolleszu erhalten. Das Motiv, das die Natur in Bewegung setzt,um jene Selbslerhaltung praktisch zu bewerkstelligen, istein anderes: das Gefühl der Lust und des Unbehagens.Das Unbehagen, welches das Thier empfindet, wenn esnach dem Gebot der Natur irgend einen Act vollziehensoll, ist die Aufforderung Seitens der Natur zur Vornahmedes Acts; die Lust, die es empfindet, wenn es gethanhat, was es soll, die Prämie dafür. Lust vom Standpunktder Natur aus heissl bei jedem lebenden Wesen: Du be-findest dich mit mir in Einklang; Unbehagen, Schmerz,Pein: Du befindest dich mit mir in Widerspruch.

Der Zweck, den das Thier beim Trinken verfolgt, istalso nicht der der Selbslerhaltung, sondern der, das Un-behagen, das es empfindet, zu enden. Den Anstoss-zudiesem seinem Zweck gibt ihm mithin der eigene innereZustand, er kommt ihm nicht von aussen zu, sondern voninnen. Damit haben wir als zweites bei jenem Vor-gang zu constalirendes Moment gefunden: den im Sub-jecl selber gelegenen Grund des Zweckes.

Das Thier wendet sich dem Wasser zu; es weiss aus