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1 (1877)
Entstehung
Seite
28
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28 Kap. II. Der Zweokbegriff beim Tbier.

bestimmung ist demnach das erste Moment'; das wir anjenem Vorgange constalirl haben.

Waruni trinkt das Thier? Man wird antworten: weiles Durst empfindet. Allein wir haben schon früher (S. 45)das Unrichtige dieser Antwort nachgewiesen. Wenn dasTrinken ein wirklicher Willensact im Thier ist, so kannes nach dem im vorigen Kapitel begründeten Zweckgeselznicht eines »Weil«, sondern nur eines »Um« wegen er-folgen.

So würden wir denn statt dessen wohl zu antwortenhaben: zum Zweck der Selbslerhallung"? Die Antwort istrichtig und falsch. Richtig ist sie vom Standpunkt desNaturzweckes aus. Im Plane der Natur, wie dieselbenun einmal den thierischen Organismus gestaltet hat, istdas Trinken ein unerlasslicb.es Mittel zum Zweck der Er-haltung des Lebens. Aber dieser Zweck der Natur islnicht zugleich der des Thieres. Für den Nalurzweck islauch die Begattung des Thieres unerlasslich, aber dasThier, indem es den Act vornimmt, hat nicht den Zweckvor Augen, die Gattung zu erhallen, es folgt dabei ledig-lich seinem Drange, es will dem Unbehagen, das es ver-spürt, ein Ende machen. In beiden Fällen, wenn estrinkt und wenn es sich begaltet, dient es dem Zweckder Natur, aber es dient ihm nur, indem es sich selberdient, d. h. zwei Zwecke eoineidiren: der allgemeine derNatur und der individuelle des Thieres (Kap. 3).

Zweck des Trinkens vom Standpunkt des Thieres aus