Der Willensvorgang beim Tbier. 27
an einer Stelle, wo er in so einfacher Geslall zu Tagetritt, dass kaum ein Verkennen möglich ist, ich meine aufderjenigen Stufe, wo er zuerst in der Schöpfung auf-taucht : auf der niedern Stufe des Thierlebens An dieserStelle wollen wir versuchen, seiner habhaft zu werden.
Richten wir also die Frage an das Thier: Was ist derZweck ? Der Vorgang im Leben des Thieres, der uns aufunsere Frage Antwort geben soll, möge das Trinken sein.Wir wollen uns der Momente bewussl werden, die indiesem Vorgang enthalten sind.
Das Thier trinkt, das Thier athmet. Beide Vorgängesind Lebensfunctionen des Thieres, die zur Erhaltung sei-nes Lebens unerlässlich sind. Aber beide sind wesent-lich verschieden. Das Athmen geschieht unfreiwillig, esgeschieht auch im Schlaf, das Trinken nur freiwillig, imSchlaf ist es undenkbar. Ersleres zu bewirken, hat sichdie Natur selber vorbehalten, es erfolgt ganz nach demGesetz der Causalitäl; letzteres hat sie dem Thier über-wiesen, es wird vermittelt durch einen Willensact desThieres, d. h. es steht unter dem Zweckgeselz. Wie ge-bieterisch immerhin auch der Reiz zum Trinken sein mag,den die Natur mittelst des Durstes im Thiere hervorruft,der Reiz lässt sich durch einen höheren Gegenreiz über-winden; ein gut dressirter Hund trinkt nicht eher, alssein Herr es ihm verslattel.
Das heisst aber mit andern Worten: das Trinken er-folgt beim Thiere in Form der SelbstbestimmunE;. Selbst-