Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
20
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20 Kap- I- Dns Zweckgcselz.

ich einem Armen ein Almosen gebe, so geschieht es nicht,weil er arm ist, sondern um einem Bedrängten zu hel-fen; das »Weil« hat nur die Bedeutung, das »Um« her-vorzurufen.

Gegen die bisherige Deduction, welche im "Wesent-lichen darauf hinausläuft, dass jeder Grund sich in einenZweck umsetzen lässl, könnte man den Einwand erheben,dass das Gegenlheil eben so gut möglich sei. Statt zusagen: ich kaufe ein Haus, um darin zu wohnen, brauchtman nur sich so auszudrücken: weil ich es zum Wohnennöthig habe. Der Einwand wäre begründet, wenn meineMeinung bloss die Möglichkeil einer verschiedenen sprach-lichen Ausdrucksweise zum Gegenstand hätte, sie gehtaber nicht dahin, dass jeder Grund sich sprachlich alsZweck ausdrücken lässl, sondern dass er sachlichein Zweck ist. In dem Wort »nöthig haben« gelangt dersprachlich verdeckte Zweck sachlich wieder zum Vor-schein, und das wird sich in allen Fällen wiederholen.

Der zweite Einwand gegen die von mir behaupteteabsolute Notwendigkeit eines Zweckes (S. 14) besland inder Möglichkeit eines absichts- und bewusstlosen Handelns.Er ist bereits widerlegt worden, bevor er noch erhobenist, nämlich durch den früher (S. 9) beim Thier erbrach-ten Nachweis, dass es zum Wollen und mithin auch zumZweck nicht des Bewusstseins bedarf. Auch der Wahn-sinnige handelt, soweit man sein Thun noch mit diesemNamen belegen darf, nicht zwecklos, seine Handlungen