Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

Ursache und Zweck. 5

Das Zwcekgesetz lautet: kein Wollen, oder was das-selbe, keine Handlung ohne Zweck.

Bei der Ursache verhält sich der Gegenstand, an demdie Wirkung eintritt, leidend, er erscheint dabei lediglichals ein einzelner Punkt im Universum, an dem sich indiesem Moment das Causalitätsgesetz vollzieht, beim Zweckdagegen stellt sich das Wesen, das durch ihn in Bewe-gung gesetzt wird, als selbstthätig dar, es handelt. DieUrsache gehört der Vergangenheit an, der Zweck der Zu-kunft. Die Natur, nach dem Grunde ihrer Vorgänge be-fragt, weist den Fragenden nach rückwärts, der Willedeutet nach vorwärts, jene antwortet mit quia, diesermit ut. Allerdings ist dies nicht in dem Sinne gemeint,als ob beim Zweck die Ordnung der Natur, der zufolgedas Bestimmende dem Bestimmten der Zeit nach voraus-gehen muss, sich umkehre, und das, was noch nicht daist: die Zukunft das, was bereits exi'stirt: die Gegenwartbestimmen könne. Der bestimmende Grund gehört auchhier der Gegenwart an, es ist die im Handelnden leben-dige und ihn zum Handeln veranlassende Vorstellung(der Zweck), aber den Inhalt dieser Vorstellung bildeteben das Zukünftige, was der Handelnde erreichen will,und in diesem Sinn kann man behaupten, dass beim Wol-len das praktische Motiv in der Zukunft liege.

Wo das Leben in der Natur sich entwickelt zur Seele,da beginnt auch die eigene Fürsorge für das Leben, dieSelbstbestimmung und die Selbslerhaltung d. i. der Wille