Druckschrift 
1 (1877)
Entstehung
Seite
XII
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XII Vorrede.

im vollsten Masse bestätigen. Aber wenn die Richtigkeitderselben mir auch felsenfest stände, icli wüsste nicht,wie mich dies in meinem Glauben an einen göttlichenZweckgedanken nur im geringsten beirren sollte. In derMonere, die nach Häckel mit Nothwendigkeit zum Men-schen führen soll, hat Gott den Menschen vorausgesehen;wie der Bildhauer im Marmor den Apollo, oder, wie Leib-nitz bereits sagte, in Adam hat Gott das ganze Menschen-geschlecht vorgebildet und gewollt.

Mit der monistischen Auffassung, zu der ich michhiermit bekenne, steht die Annahme eines doppeltenGesetzes für die "Welt der Erscheinung: des Causalitäts-gesetzes für die unbelebte und des Zweckgesetzes für diebelebte Schöpfung im Mindesten nicht in Widerspruch.Beide finden in dem Zweckgesetz als höchstem weltbil-dendem Princip ihre Einheit. Mag die Materie dem einengehorchen, der Wille dem andern, beide vollführen jedesin seiner Weise und Sphäre nur die Werke, die ihnenvon Anfang durch den Zweck aufgetragen sind; mit der-selben Notwendigkeit, mit der sich nach der Darwin-schen Theorie die eine Thierart aus der andern entwickelt,erzeugt sich aus dem einen Rechtszweck der andere,und wenn tausend Mal die Welt so erschaffen würde, wiesie es einmal ward, nach Milliarden Jahren müsste siestets dieselbe Gestalt an sich tragen, die Welt des Rechtsganz so wie die physische, denn der Zweck hat dieselbeunwiderstehliche Gewalt wie die Ursache. Mögen tausendevon Jahren vergehen, bevor diese zwingende Kraft desZweckes an einem einzelnen Punkte im Recht sichtbarwird was sind tausend Jahre gegen Milliarden? -